Kanarische Inseln für Wanderer: La Palma, Gomera, El Hierro

Die besten Kanarischen Inseln für Wanderer (La Palma, La Gomera, El Hierro) Bild

Die Kanarischen Inseln sind bekannt für ihre Strände und ihr mildes Klima, doch für viele aktive Reisende sind sie vor allem eines: ein unvergleichliches Wanderparadies. Wenn Sie sich nach tiefgrünen Lorbeerwäldern, spektakulären Vulkangipfeln und Pfaden fernab des Massentourismus sehnen, dann richten Sie Ihren Blick auf die westlichen Inseln des Archipels: La Palma, La Gomera und El Hierro. Diese drei Inseln, oft als die „grünen Schwestern“ bezeichnet, bieten eine einzigartige Mischung aus Natur und Herausforderung, die speziell für Wandernde konzipiert ist.

Als erfahrene Redakteure für noveltr.com wissen wir, dass die Wahl der richtigen Insel entscheidend für den Erfolg Ihres Wanderurlaubs ist. Jede dieser Inseln hat einen ganz eigenen Charakter, spezielle klimatische Bedingungen und unterschiedliche logistische Anforderungen. In diesem tiefgehenden Leitfaden erhalten Sie alle notwendigen Informationen – von der besten Reisezeit über detaillierte Routenbeschreibungen bis hin zu praktischen Tipps für die Planung. Am Ende wissen Sie genau, welche der Kanarischen Inseln Ihr nächstes unvergessliches Wanderabenteuer beherbergen wird.

Was Sie in diesem Artikel lernen werden:

  • Warum La Palma, La Gomera und El Hierro die idealen Ziele für anspruchsvolle Wanderungen sind.
  • Detaillierte Klima- und Reisezeit-Informationen, um die perfekte Planung zu gewährleisten.
  • Top-Routen, Schwierigkeitsgrade und logistische Tipps für jede Insel.
  • Wie Sie Inselhopping sinnvoll gestalten und Kosten realistisch einschätzen.

Warum die Westlichen Kanaren das Wanderparadies sind

Während Teneriffa und Gran Canaria oft als Allrounder mit breitem touristischem Angebot gelten, haben sich La Palma, La Gomera und El Hierro ihre ursprüngliche, naturnahe Identität bewahrt. Sie sind geologisch jünger und steiler, was zu dramatischen Landschaften und einzigartigen Mikroklimata führt. Wandern auf diesen Inseln ist weniger ein Freizeitsport als vielmehr ein tiefes Eintauchen in die vulkanische Geschichte und die üppige Vegetation.

Die Hauptattraktion ist die überwältigende Vielfalt der Landschaften auf kleinstem Raum. Man kann morgens durch wüstenähnliche Lavafelder wandern und mittags im Nebelwald eine Pause einlegen. Dieses schnelle Umschalten der Vegetationszonen ist typisch für die Kanaren, aber nirgends so ausgeprägt wie auf diesen drei westlichen Inseln.

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Geografische und klimatische Besonderheiten

Die Kanarischen Inseln liegen im Einflussbereich des Nordost-Passats. Dieser Wind ist der Schlüssel zum Verständnis des Klimas und damit zur optimalen Reiseplanung. Er drückt feuchte Luft gegen die Nordhänge der Inseln. Wenn diese Luft aufsteigt und abkühlt, bildet sich die berühmte Passatwolke.

  • Norden und Nordosten: Kühl, feucht und dicht bewaldet (ideal für Lorbeerwälder und grüne Täler).
  • Süden und Westen: Trockener, sonniger, oft karger (ideal für Lavafelder und Strandspaziergänge).

Wanderer profitieren von diesem Phänomen, da die Nordseite der Inseln – besonders auf La Gomera und La Palma – auch im Sommer angenehm kühl und schattig bleibt. Die Höhenlage spielt ebenfalls eine große Rolle. Man sollte stets damit rechnen, dass die Temperaturen in den Bergen um 10 bis 15 Grad Celsius unter denen an der Küste liegen.

Wann ist die beste Reisezeit für Wanderungen?

Grundsätzlich bieten die Kanaren ganzjährig gute Bedingungen. Für anspruchsvolle Hochgebirgswanderungen und die längsten Strecken sind jedoch zwei Perioden optimal:

Die besten Monate sind:

  1. Frühling (März bis Mai): Die Natur steht in voller Blüte, die Temperaturen sind mild (18 °C bis 24 °C), und die Regenwahrscheinlichkeit sinkt deutlich nach dem Winter.
  2. Herbst (September bis November): Das Wasser ist noch warm, die große Sommerhitze ist vorbei, und die Sicht ist oft kristallklar. Dies ist ideal, um die Fernwanderwege (GR-Routen) zu bewältigen.

Vermeiden sollten Sie, wenn möglich, den Hochsommer (Juli/August), da die südlichen Küstengebiete sehr heiß werden können. Im Winter (Dezember bis Februar) kann es in den Höhenlagen von La Palma und La Gomera überraschend kühl, windig und regnerisch sein, was steile Wege rutschig macht.

La Palma: Die „Isla Bonita“ – Vom Krater zum Ozean

La Palma trägt den Beinamen „Isla Bonita“ (die schöne Insel) zu Recht. Sie ist die grünste der Kanaren und bietet die spektakulärsten Höhenunterschiede. Sie gilt als das absolute Top-Ziel für Wandernde, die körperliche Herausforderung und dramatische Aussichten suchen. Das Herzstück der Insel ist die Caldera de Taburiente, ein gewaltiger Erosionskrater von neun Kilometern Durchmesser.

Wanderer, die La Palma besuchen, suchen oft nach dem Erlebnis, in wenigen Stunden von Meereshöhe auf über 2.000 Meter aufzusteigen. Die Insel ist durchzogen von einem hervorragend ausgeschilderten Netz aus „Sendero Local“ (SL), „Sendero de Pequeño Recorrido“ (PR) und dem großen Fernwanderweg „Sendero de Gran Recorrido“ (GR).

Top-Wanderrouten und Schwierigkeitsgrade

La Palma bietet Routen für jeden Anspruch, ist aber bekannt für ihre anspruchsvollen, steilen Wege, die gute Kondition erfordern.

1. Die Route der Vulkane (Ruta de los Volcanes – GR 131)

  • Charakteristik: Einer der berühmtesten Fernwanderwege Spaniens. Er führt über den gesamten Südkamm La Palmas, von El Pilar bis Fuencaliente.
  • Schwierigkeit: Anspruchsvoll. Die Route ist lang (ca. 24 km) und extrem ausgesetzt. Es sind große Höhenunterschiede (bis zu 1.200 Höhenmeter im Abstieg) zu bewältigen.
  • Tipp: Planen Sie die Wanderung in der kühleren Jahreszeit und starten Sie sehr früh, da es kaum Schatten gibt. Ausreichend Wasser ist lebensnotwendig.

2. Abstieg in die Caldera de Taburiente (PR LP 13)

  • Charakteristik: Eine klassische Tagestour, die in Los Brecitos beginnt und spektakuläre Ausblicke in den Krater bietet, bevor man zum Flussbett absteigt.
  • Logistik: Die Route ist linear. Sie benötigen einen registrierten Transportservice (Taxis), der Sie vom Ende (Dos Aguas/Barranco de las Angustias) zurückbringt.
  • Achtung: Der letzte Teil des Barrancos kann bei starkem Regen gesperrt sein. Informieren Sie sich immer beim Nationalparkbüro.

Klima und spezielle Planungshinweise für La Palma

Auf La Palma ist das Wetter besonders wechselhaft. Während die Küstenregionen (z.B. Tazacorte im Westen) oft sonnig und trocken sind, können die Gipfel der Caldera im Nebel liegen oder sogar Frost aufweisen (besonders im Winter).

Wichtige Vorbereitung:

  • Höhenkrankheit: Obwohl die Höhen (bis 2.426 m) moderat sind, sollten Sie den Aufstieg zum Roque de los Muchachos (dem höchsten Punkt) nicht unterschätzen, falls Sie ihn erwandern.
  • Ausrüstung: Aufgrund der steilen, steinigen Pfade sind knöchelhohe Wanderschuhe Pflicht. Trekkingstöcke entlasten die Knie massiv, besonders beim langen Abstieg in die Caldera.
  • Wasserknappheit: Entlang der Vulkankämme gibt es kaum Möglichkeiten zur Wasseraufnahme. Tragen Sie mindestens 3 Liter pro Person für längere Touren.

Mini-Reiseszenario: Peter und Sabine aus Zürich planten eine achttägige Wanderreise auf La Palma. Sie entschieden sich bewusst für Ende Mai, um die Gefahr von Regen zu minimieren. Sie verbrachten die ersten drei Nächte in El Paso (Zentral-Westen), um die Routen zur Caldera zu erobern, und die restlichen Nächte im Süden (Los Canarios), um die Vulkane zu erkunden. Durch diese Aufteilung minimierten sie lange Anfahrtswege zu den Trailheads.

La Gomera: Der Nebelwald und der Garajonay Nationalpark

La Gomera ist die zweitkleinste der Kanarischen Hauptinseln und der absolute Gegensatz zu La Palma. Sie ist die Insel der tiefen Schluchten (Barrancos) und des ewigen Grüns. Sie ist weniger auf spektakuläre Vulkankrater als vielmehr auf die einzigartige Flora und Fauna fokussiert. La Gomera ist ideal für Wandernde, die mittelschwere, schattige Routen in einer märchenhaften Umgebung suchen.

Der gesamte zentrale Teil der Insel wird vom Garajonay Nationalpark dominiert, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Hier finden Sie den größten zusammenhängenden Lorbeerwald (Laurisilva) Europas – eine Vegetationsform, die seit dem Tertiär existiert.

Die Magie des Lorbeerwaldes

Das Wandern in Garajonay ist ein Erlebnis für die Sinne. Durch die ständige Präsenz der Passatwolke hängen die Bäume voller Moose und Flechten, was der Landschaft eine mystische, fast nebelhafte Atmosphäre verleiht. Die Wege hier sind in der Regel gut gepflegt und oft weniger exponiert als auf La Palma.

1. Der Rundweg um den Alto de Garajonay (GR 131 / Kurztour)

  • Charakteristik: Eine der beliebtesten und zugänglichsten Routen. Sie führt zum höchsten Punkt der Insel (1.487 m).
  • Schwierigkeit: Leicht bis mittelschwer. Die Höhenunterschiede sind geringer als auf La Palma, aber die Luft kann durch die Feuchtigkeit sehr schwer sein.
  • Highlight: An klaren Tagen bietet der Gipfel einen atemberaubenden 360-Grad-Blick auf alle Nachbarinseln, von Teneriffa (mit dem Teide) bis El Hierro.

2. Abstieg durch den Barranco de Chinguarime

  • Charakteristik: Eine lange, aber lohnende Route, die von den zentralen Wäldern hinab zur Küste führt. Sie durchqueren mehrere Klimazonen.
  • Praxis-Tipp: Planen Sie den Abstieg, gefolgt von einer Übernachtung in Valle Gran Rey oder einer Rückfahrt mit dem lokalen Bus, um den steilen Wiederaufstieg zu vermeiden.

Anreise und Fortbewegung vor Ort

La Gomera ist logistisch etwas anspruchsvoller. Die Insel besitzt nur einen kleinen Regionalflughafen (GMZ), der primär von Inlandsflügen (z.B. von Teneriffa Nord, TFN) bedient wird. Die meisten Reisenden erreichen La Gomera jedoch per Fähre.

  • Anreise: Nehmen Sie den Flug nach Teneriffa Süd (TFS). Fahren Sie von dort mit dem Bus oder Taxi zum Hafen von Los Cristianos. Von Los Cristianos fahren täglich mehrmals Fähren (Fred. Olsen Express oder Naviera Armas) nach San Sebastián de La Gomera (Fahrzeit ca. 50 Minuten).
  • Fortbewegung: Da die Straßen kurvenreich und steil sind, ist ein Mietwagen zwar hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. La Gomera verfügt über ein verlässliches, wenn auch nicht sehr dichtes, öffentliches Busnetz. Viele Wanderwege starten und enden in der Nähe von Bushaltestellen.

Kosten und Unterkünfte für Wandernde

La Gomera ist in Bezug auf die Lebenshaltungskosten vergleichbar mit den anderen Kanaren, aber die Unterkünfte sind oft rustikaler und familiärer. Große Hotelanlagen sucht man hier vergebens.

  • Wanderunterkünfte: Beliebt sind sogenannte Casas Rurales (Landhäuser) oder kleine Pensionen in Orten wie Valle Gran Rey, Agulo oder Hermigua. Diese sind oft ideal auf die Bedürfnisse von Wandernden eingestellt (z.B. Trocknungsmöglichkeiten für Ausrüstung).
  • Verpflegung: Probieren Sie unbedingt die lokalen Spezialitäten, wie den Almagrote (eine Pastete) und den Gomeron (Likör). Die Restaurants in den Wanderregionen bieten meist herzhafte, traditionelle Gerichte zu fairen Preisen.

El Hierro: Ursprünglichkeit und vulkanische Stille

El Hierro ist die kleinste und westlichste Kanarische Insel. Sie ist das perfekte Ziel für Wandernde, die absolute Ruhe und das Gefühl von Ursprünglichkeit suchen. El Hierro ist seit 2000 als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt und gilt als Pionier in Sachen Nachhaltigkeit – die Insel strebt die vollständige Energie-Autonomie an.

Auf El Hierro gibt es keine großen Touristenströme. Die Wanderwege sind weniger frequentiert, die Infrastruktur ist minimalistischer, und die Natur ist wilder. Hier steht die vulkanische Geschichte im Vordergrund, von den jüngsten Eruptionen unter Wasser bis hin zu den bizarren Wacholderbäumen des El Sabinar.

Einzigartige Geologie und Fernwanderwege

El Hierro wurde vor etwa 1,2 Millionen Jahren durch einen massiven Vulkanausbruch geprägt, bei dem etwa ein Drittel der Insel in den Ozean stürzte (das El Golfo-Tal). Die Wanderwege auf El Hierro bieten daher ständig wechselnde, dramatische Panoramen.

1. Der Fernwanderweg Camino de la Virgen (GR 131)

  • Charakteristik: Der Camino de la Virgen ist nicht nur ein Wanderweg, sondern auch eine wichtige kulturelle Route. Er führt über die Hauptkämme und verbindet die wichtigsten Punkte der Insel, oft durch karge Hochflächen.
  • Gipfel: Der Weg führt am höchsten Punkt der Insel vorbei, dem Malpaso (1.501 m).
  • Vorsicht: Die Wege sind hier oft rau und technisch anspruchsvoll. Aufgrund der Isolation sollten Sie stets GPS oder eine detaillierte Karte mitführen.

2. Wanderung zum Leuchtturm Faro de Orchilla

  • Charakteristik: Eine Route in den trockeneren Westen, die Sie durch die einzigartige Landschaft der Lavafelder führt. Bis zur Entdeckung Amerikas galt dieser Punkt als der westlichste bekannte Punkt der Welt.
  • Empfehlung: Dies ist eine ideale Route für einen kühleren Tag, da Schatten Mangelware ist. Die Farben der Lavaformationen im Sonnenuntergang sind spektakulär.

Beste Zeit für El Hierro und Infrastruktur

El Hierro ist ganzjährig wanderbar, profitiert aber besonders von den klaren Wintern. Die Insel liegt niedriger als La Palma oder Teneriffa, weshalb Schnee oder extremer Frost selten sind.

  • Anreise: Die schnellste Anreise erfolgt per Flugzeug (Binter Canarias) von Teneriffa Nord (TFN) oder Gran Canaria (LPA). Die Fährverbindung von Los Cristianos (Teneriffa) nach Valverde (El Hierro) dauert etwa 2,5 Stunden.
  • Infrastruktur für Wanderer: Die Dichte an Unterkünften und Restaurants ist geringer als auf den Nachbarinseln. Es ist ratsam, die Übernachtungen im Voraus zu buchen, besonders wenn Sie planen, in den kleinen Orten wie Sabinosa oder Frontera zu bleiben.
  • Mietwagen: Da das öffentliche Verkehrsnetz sehr dünn ist, wird auf El Hierro dringend ein Mietwagen empfohlen, um die Startpunkte der Routen flexibel zu erreichen.

Sicherheit und Nachhaltigkeit beim Wandern

Auf allen drei westlichen Inseln ist die Natur unberührt, was besondere Verantwortung erfordert. Auf El Hierro wird Nachhaltigkeit großgeschrieben. Als Besucher tragen Sie dazu bei, dieses Ökosystem zu schützen.

  • Hinterlassen Sie keine Spuren: Nehmen Sie Ihren gesamten Müll mit.
  • Wegtreue: Bleiben Sie unbedingt auf den markierten Wegen, besonders in den Nationalparks (Garajonay) und den Naturschutzgebieten auf El Hierro, um Erosion zu vermeiden.
  • Notfallplanung: Der Mobilfunkempfang kann in den tiefen Barrancos von La Gomera oder in den entlegenen Gebieten von El Hierro schlecht sein. Informieren Sie immer jemanden über Ihre geplante Route und die voraussichtliche Rückkehrzeit.

Reiseplanung im Detail: Welche Insel passt zu Ihnen?

Die Entscheidung, welche Insel die richtige ist, hängt stark von Ihrem Erfahrungslevel, Ihren Vorlieben und Ihrer geplanten Reisedauer ab. Hier ein pragmatischer Vergleich der drei Wanderjuwelen:

Merkmal La Palma (Isla Bonita) La Gomera (Die Grüne) El Hierro (Die Stille)
Hauptattraktion Dramatische Vulkane, Caldera de Taburiente Mystischer Lorbeerwald (Garajonay) Ursprüngliche Geologie, Stille, Abgeschiedenheit
Wandertyp Anspruchsvoll, viele Höhenmeter, Fernwanderungen Mittelschwer, schattig, Rundwege Rau, entlegen, ideal für Erfahrene
Infrastruktur Sehr gut (Hotels, Ferienwohnungen, Taxis für Transfers) Gut (kleine Dörfer, Casas Rurales) Minimalistisch (Mietwagen empfohlen)
Klima (Gipfel) Kühl, windig, kann schneien (im Winter) Feucht, neblig (Passatwolke) Mild, aber exponiert

Szenarien für die Wahl der Insel

Szenario A: Der ambitionierte Bergsteiger

Wenn Sie topfit sind, große Höhenunterschiede lieben und nicht vor langen, exponierten Tagesetappen zurückschrecken, ist La Palma Ihre erste Wahl. Die „Ruta de los Volcanes“ bietet alles, was das Herz eines ehrgeizigen Wanderers begehrt.

Szenario B: Der Genießer und Naturliebhaber

Wenn Sie lieber moderate Touren unternehmen, die Magie des Waldes erleben und die Logistik einfach halten möchten, ist La Gomera perfekt. Der Lorbeerwald Garajonay ist einzigartig und bietet an heißen Tagen Schutz und Frische.

Szenario C: Der Ruhesuchende Entdecker

Wenn Sie dem Trubel entfliehen, sich selbst versorgen und das Gefühl haben möchten, eine Insel für sich zu haben, wählen Sie El Hierro. Hier erleben Sie eine rohe, vulkanische Schönheit, die nur wenige kennen.

Inter-Insel-Verbindungen (Inselhopping)

Viele Wandernde entscheiden sich dafür, zwei oder sogar alle drei Inseln zu kombinieren, um die Vielfalt maximal zu nutzen. Dies ist logistisch dank des gut ausgebauten Fährverkehrs möglich.

Die wichtigsten Fährlinien sind Fred. Olsen Express und Naviera Armas.

  • Teneriffa (Los Cristianos) ist der zentrale Hub für die Anreise nach La Palma, La Gomera und El Hierro.
  • La Gomera und Teneriffa: Die Verbindung ist sehr häufig und schnell (ca. 50 Min.).
  • La Palma und Teneriffa: Die Fährfahrt dauert länger (ca. 2,5 bis 3 Stunden) und ist weniger frequentiert als die Gomera-Verbindung.
  • El Hierro und Teneriffa: Auch hier gibt es tägliche Verbindungen, die etwa 2,5 Stunden dauern.
  • Direkte Verbindungen: Direkte Fährverbindungen zwischen La Palma, La Gomera und El Hierro sind seltener oder benötigen einen Umstieg. Meist ist es effizienter, über Teneriffa zu reisen.

Planungstipp: Wenn Sie alle drei Inseln besuchen möchten, planen Sie mindestens 12 bis 14 Tage ein, um pro Insel ausreichend Zeit (4–5 Wandertage) zu haben und die Reisetage zu kompensieren.

Essenzielle Ausrüstung und Sicherheitshinweise

Die westlichen Kanaren erfordern eine sorgfältige Packliste, da sich die Bedingungen schnell ändern können. Sie benötigen sowohl Kleidung für das subtropische Küstenklima als auch für alpine Bedingungen in den Hochlagen.

Die 5 wichtigsten Ausrüstungsgegenstände

  1. Knöchelhohe, wasserfeste Wanderschuhe: Die vulkanischen Felsen und Geröllfelder sind hart zu den Gelenken. Guter Halt ist essenziell.
  2. Zwiebelprinzip-Kleidung: Funktionsshirts, eine leichte Fleecejacke und eine wind- und wasserdichte Hardshell-Jacke (unverzichtbar gegen den Passatwind).
  3. Trekkingstöcke: Reduzieren die Belastung der Knie massiv, besonders beim steilen Abstieg von La Palma oder in den Barrancos von La Gomera.
  4. Sonnenschutz und Kopfbedeckung: Die UV-Strahlung ist in diesen Breitengraden und in der Höhe extrem stark, selbst an bewölkten Tagen.
  5. Notfall-Set: Grundlegende Erste-Hilfe-Ausrüstung, Signalpfeife und ein geladenes Mobiltelefon.

Umgang mit den Mikroklimata

Auf La Gomera werden Sie oft in der Feuchtigkeit des Lorbeerwaldes schwitzen, während Sie auf dem Gipfel von La Palma frieren könnten. Packen Sie immer einen Satz trockener Kleidung in Ihren Rucksack, die in einem wasserdichten Packsack verstaut ist.

Lokale Informationen: Überprüfen Sie vor jeder Wanderung die lokale Wettervorhersage für die spezifische Region, in der Sie wandern möchten (Gipfel, Küste, Nordhang). Die Tourismusämter und Nationalparkzentren (z.B. in Garajonay und Caldera de Taburiente) bieten zuverlässige, aktuelle Informationen über Wegzustände und eventuelle Sperrungen.

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Fazit: Ihr maßgeschneiderter Wanderurlaub beginnt jetzt

La Palma, La Gomera und El Hierro sind mehr als nur Inseln; sie sind ein Labor der Natur, das speziell auf die Bedürfnisse von Wandernden zugeschnitten ist, die Authentizität und sportliche Herausforderung suchen. Während La Palma die spektakulärsten Vulkankulissen bietet, verzaubert La Gomera mit seiner nebelverhangenen, prähistorischen Pflanzenwelt. El Hierro überzeugt durch seine Abgeschiedenheit und die rohe Schönheit seiner Geologie.

Egal, ob Sie die körperliche Anstrengung auf den Vulkankämmen der Isla Bonita suchen oder die meditative Stille im Lorbeerwald des Garajonay bevorzugen – eine der westlichen Kanaren wird Sie in ihren Bann ziehen. Beginnen Sie Ihre Planung mit der Festlegung der besten Reisezeit (Frühling oder Herbst) und der sorgfältigen Auswahl Ihrer Unterkünfte. So legen Sie den Grundstein für eine unvergessliche und sichere Reiseerfahrung.

Nutzen Sie die detaillierten Informationen in diesem Artikel als Ihren persönlichen Kompass, um Ihre Route festzulegen. Vertrauen Sie auf die lokalen Wegweiser und vergessen Sie nie: Die größte Belohnung wartet nach dem Aufstieg – die atemberaubende Aussicht über den Atlantik und das Gefühl, einen der wildesten Flecken Europas aus eigener Kraft erkundet zu haben.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zu Wanderungen auf den Kanarischen Inseln

H3: Benötige ich auf La Gomera oder El Hierro ein Auto?

Auf La Gomera ist ein Auto nützlich, aber nicht zwingend notwendig, da es ein funktionierendes, wenn auch begrenztes, Bussystem gibt. Für El Hierro wird ein Mietwagen jedoch dringend empfohlen, da die öffentlichen Verbindungen sehr dünn sind und viele Startpunkte von Wanderungen nur schwer erreichbar sind.

H3: Wie lange sollte ich mindestens für eine Insel einplanen?

Für einen befriedigenden Wanderurlaub sollten Sie mindestens 5 bis 7 volle Tage pro Insel einplanen. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, die Hauptattraktionen zu erwandern und einen Puffer für Schlechtwettertage zu haben. Für Inselhopping sind 10 bis 14 Tage ideal.

H3: Ist die Wanderung durch die Caldera de Taburiente gefährlich?

Die Wanderung durch die Caldera (PR LP 13) ist nicht gefährlich, wenn man gut vorbereitet ist. Sie ist aber anspruchsvoll, besonders der Abstieg in das Barranco de las Angustias. Die Hauptgefahr besteht in Steinschlag oder Hochwasser im Barranco. Informieren Sie sich vorab beim Nationalpark. Gute Wanderschuhe sind unabdingbar.

H3: Kann ich auf La Palma oder El Hierro Wasser nachfüllen?

Auf den meisten Gipfelrouten (z.B. Ruta de los Volcanes auf La Palma) gibt es keine offiziellen Nachfüllstationen. Sie müssen das gesamte benötigte Wasser mit sich führen. In den Lorbeerwäldern von La Gomera sind Sie näher an bewohnten Gebieten und Dörfern, wo das Nachfüllen einfacher ist.

H3: Gibt es geführte Wandertouren auf den kleineren Inseln?

Ja, besonders auf La Palma und La Gomera gibt es viele lokale Anbieter, die geführte Touren anbieten. Diese sind besonders empfehlenswert, wenn Sie logistische Herausforderungen (z.B. Transfer am Ende einer linearen Route) vermeiden möchten oder tiefere Einblicke in Flora und Geologie wünschen. Auf El Hierro ist das Angebot kleiner.

H3: Sind die Wanderwege gut ausgeschildert?

Die Wanderwege auf allen drei Inseln sind in der Regel sehr gut ausgeschildert und folgen dem europäischen Markierungssystem (GR, PR, SL). Dennoch ist es ratsam, eine aktuelle Wanderkarte oder eine GPS-App (z.B. Komoot, AllTrails) als Backup zu verwenden, besonders bei Nebel oder schlechter Sicht.


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