Die Balearischen Inseln – Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera – sind Sehnsuchtsorte im westlichen Mittelmeer. Sie locken mit türkisfarbenem Wasser, malerischen Buchten und einer einzigartigen Mischung aus lebhaftem Treiben und unberührter Natur. Doch welche Insel passt zu Ihnen und wann ist die optimale Zeit für Ihre Reise?
Viele Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kennen die Balearen nur als Ziel für Pauschalreisen. Dabei bietet dieser Archipel so viel mehr: von anspruchsvollen Wanderrouten über UNESCO-Weltkulturerbe bis hin zur entspannten Lebensart in kleinen Fischerdörfern.
In diesem umfassenden Reiseführer für noveltr.com beleuchten wir die Besonderheiten jeder Insel. Wir geben Ihnen fundierte Einblicke in Klima, Kosten und die besten Aktivitäten, damit Sie Ihre perfekte Reise auf die Balearischen Inseln planen können – egal ob Sie Ruhe, Abenteuer oder Kultur suchen. Nach dem Lesen wissen Sie genau, welche Insel wann am besten zu Ihren Urlaubswünschen passt.
Die Balearischen Inseln im Porträt: Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera
Obwohl die vier Hauptinseln geographisch nah beieinander liegen, könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Jede Insel hat ihren eigenen Charakter, ihre eigene Geschichte und zieht eine spezifische Art von Reisenden an. Ein fundierter Vergleich hilft Ihnen, die richtige Wahl zu treffen.
Mallorca: Die Vielseitige mit Bergwelt und Buchten
Mallorca ist die größte und bekannteste Insel der Balearen. Oft auf ihre Partymeilen reduziert, verbirgt sie hinter den touristischen Zentren eine beeindruckende landschaftliche Vielfalt. Die Serra de Tramuntana, ein UNESCO-Weltkulturerbe, dominiert den Nordwesten. Hier finden Sie schroffe Felslandschaften, charmante Bergdörfer wie Valldemossa und Sóller sowie exzellente Wanderwege.

- Für wen geeignet? Familien, Radfahrer, Wanderer, Kulturliebhaber und Strandurlauber, die eine große Auswahl an Infrastruktur schätzen.
- Must-See: Die Kathedrale La Seu in Palma, die Drachenhöhlen (Cuevas del Drach) und die Küstenstraße MA-10.
- Charakteristik: Gut erschlossen, vielfältig, bietet sowohl Trubel als auch Abgeschiedenheit.
Ibiza: Rhythmus, Hippie-Chic und Abgeschiedenheit
Ibiza ist weltberühmt für seine elektronische Musikszene und das Nachtleben in San Antonio und Ibiza-Stadt. Was viele vergessen: Fast die Hälfte der Insel steht unter Naturschutz. Im Norden und Westen Ibizas finden Sie ruhige, bewaldete Gebiete, versteckte Agroturismo-Hotels und traumhafte, entspannte Buchten (Calas). Ibiza vereint den Glamour der Partywelt mit dem entspannten Erbe der Hippie-Bewegung der 60er Jahre.
- Für wen geeignet? Junge Erwachsene, Musikliebhaber, Paare, die sowohl Luxus als auch Abgeschiedenheit suchen, sowie Fans des Boho-Stils.
- Must-See: Die befestigte Altstadt Dalt Vila (UNESCO), der mystische Felsen Es Vedrà und die authentischen Hippie-Märkte (Las Dalias).
- Charakteristik: Kontrastreich, kosmopolitisch, teurer als die anderen Inseln in der Hochsaison.
Menorca: Die Unberührte mit historischem Erbe
Menorca steht im Schatten ihrer großen Schwestern, was ihr zugutekommt. Sie ist ruhiger, grüner und gilt seit 1993 als UNESCO-Biosphärenreservat. Die Insel ist bekannt für ihre mehr als 100 Strände, von denen viele nur zu Fuß erreichbar sind. Menorca ist ideal für alle, die eine Auszeit vom Massentourismus suchen und Wert auf ursprüngliche Natur und prähistorische Fundstätten legen (Talayots).
- Für wen geeignet? Familien mit kleinen Kindern, Naturfreunde, Wanderer (speziell entlang des Cami de Cavalls), Ruhesuchende und Geschichtsfans.
- Must-See: Die Hafenstädte Maó und Ciutadella, die unberührte Cala Pregonda und der Leuchtturm Favaritx.
- Charakteristik: Entspannt, familienfreundlich, ideal für langsame Reisen (Slow Travel).
Formentera: Karibik-Feeling in Europa
Formentera ist die kleinste bewohnte Insel und nur per Fähre von Ibiza aus erreichbar. Diese Abgeschiedenheit ist ihr größter Trumpf. Die Strände, insbesondere Ses Illetes, sind regelmäßig unter den schönsten in Europa gelistet. Der Sand ist weiß, das Wasser leuchtet türkisblau, und die Atmosphäre ist entspannt und gehoben. Die Insel ist flach und ideal zum Radfahren.
- Für wen geeignet? Strandliebhaber, Romantiker, Tagesausflügler von Ibiza, Radfahrer und alle, die eine sehr exklusive und ruhige Atmosphäre suchen.
- Must-See: Der Strand Ses Illetes, der Leuchtturm am Cap de Barbaria und der charmante Hauptort Sant Francesc Xavier.
- Charakteristik: Exklusiv, autofrei (am besten mit dem Rad erkundet), sehr hohe Wasserqualität.
Wann ist die Beste Reisezeit für die Balearischen Inseln?
Die Wahl des richtigen Reisezeitpunkts ist entscheidend für das Inselerlebnis, da das mediterrane Klima die Aktivitäten stark beeinflusst. Die beste Reisezeit hängt stark davon ab, ob Sie Badeurlaub, Wandern, Sightseeing oder Party bevorzugen.
Klima und Jahreszeiten im Detail
Das Klima auf den Balearischen Inseln ist typisch mediterran: milde Winter und heiße, trockene Sommer. Die Sonne scheint fast das gesamte Jahr über zuverlässig.
- Frühling (März bis Mai): Die Natur erwacht, insbesondere auf Mallorca ist die Mandelblüte im Februar/März spektakulär. Die Temperaturen steigen auf angenehme 18 °C bis 24 °C. Das Meer ist noch kühl, aber ideal für Wandern, Radfahren und Sightseeing.
- Sommer (Juni bis August): Die Hochsaison. Sehr heiß (oft über 30 °C) und trocken. Perfekt für den klassischen Badeurlaub, aber auch sehr voll und teuer. Auf Ibiza beginnt das Nachtleben intensiv zu pulsieren.
- Herbst (September bis November): Die beste Reisezeit für viele Experten. Die Luft ist noch warm (24 °C bis 28 °C), aber die große Sommerhitze ist vorbei. Das Meer ist noch aufgewärmt vom Sommer (bis zu 25 °C). Die Touristenzahlen nehmen ab, was günstigere Preise bedeutet.
- Winter (Dezember bis Februar): Die Nebensaison. Mild (10 °C bis 15 °C), aber regenreicher. Viele Hotels und Attraktionen schließen. Ideal für Langzeitreisende, Ruhesuchende und Wanderer, die kühles Wetter bevorzugen.
Die Saison-Aufteilung: Hochsaison vs. Nebensaison
Die Preise und die Verfügbarkeit von Dienstleistungen variieren extrem je nach Saison. Dies sollten Sie unbedingt in Ihrer Planung berücksichtigen.
Die Hochsaison (Mitte Juni bis Mitte September):
- Vorteile: Garantierte Sonne und Badewetter, alle Geschäfte und Clubs sind geöffnet, höchste Wassertemperaturen.
- Nachteile: Überfüllte Strände, extrem hohe Preise (Flüge und Unterkünfte können 50–100 % teurer sein als in der Nebensaison), starke Hitze erschwert Aktivitäten abseits des Strandes.
Die Nebensaison (März/April bis Mitte Juni & Mitte September bis Oktober):
- Vorteile: Der „Sweet Spot“ für die meisten Reisenden. Ideales Wetter (20 °C bis 26 °C), moderate Preise, deutlich weniger Touristen. Perfekte Bedingungen für Aktivurlaub und kulturelle Erkundungen. Die Natur ist besonders schön.
- Nachteile: Vereinzelt kann es noch kühler sein, insbesondere im März und Anfang April. Das Wasser ist eventuell noch zu kühl zum ausgiebigen Baden (im Frühling).
Die Zwischensaison (November bis Februar):
- Vorteile: Extrem niedrige Preise, totale Ruhe, authentisches Inselleben.
- Nachteile: Viele Hotels und Restaurants sind geschlossen, Fährverbindungen reduziert, unbeständiges Wetter, nicht geeignet für reinen Badeurlaub.
Beste Zeit für Aktivurlaub vs. Badeurlaub
Um Ihre Reise optimal zu timen, legen Sie fest, was Sie primär unternehmen möchten:
Für den klassischen Badeurlaub:
Juni bis September. Insbesondere der September bietet die perfekte Kombination: Das Meer ist noch sehr warm, aber die drückende Sommerhitze ist vorbei. Auf Formentera und Ibiza ist das Wasser zu dieser Zeit am schönsten.
Für Wanderer und Radfahrer:
März bis Mai und Oktober bis November. Die Temperaturen sind mild (ideal für lange Touren in der Serra de Tramuntana auf Mallorca oder entlang des Cami de Cavalls auf Menorca). Die Landschaft ist saftig grün und die touristische Infrastruktur ist vorhanden, aber nicht überlastet.
Mini-Reiseszenario: Stellen Sie sich vor, Sie sind Stefan aus Zürich, ein passionierter Mountainbiker. Er meidet den überfüllten Sommer. Stefan bucht seine Reise nach Mallorca Mitte April. Er genießt leere Straßen, angenehme 20 °C, und die Fincas bieten attraktive Frühjahrsangebote. Er spart nicht nur Geld, sondern vermeidet auch die Gefahr von Hitzschlägen bei seinen Bergtouren.
Reiseplanung: Kosten, Anreise und Unterkunft
Die Planung einer Reise auf die Balearischen Inseln erfordert eine genaue Budgetierung, da die Kosten, insbesondere auf Ibiza und im Sommer, schnell in die Höhe schnellen können. Transparenz ist hier der Schlüssel.
So setzen Sie Ihr Urlaubsbudget realistisch an
Die Balearen gelten als mittelpreisiges bis teures europäisches Reiseziel, vergleichbar mit Südfrankreich oder Italien. Es gibt jedoch große Unterschiede zwischen den Inseln und den Saisons.
- Mallorca (mittleres Niveau): Bietet die größte Preisspanne. Sie können günstig in kleinen Hostals wohnen oder extrem luxuriös in Boutique-Hotels.
- Ibiza (oberes Niveau): Deutlich teurer, vor allem im August. Clubs, gehobene Restaurants und Unterkünfte sind hochpreisig.
- Menorca und Formentera (mittleres bis gehobenes Niveau): Menorca ist preislich vernünftig, solange Sie außerhalb der Küstenorte bleiben. Formentera ist aufgrund seiner Exklusivität und der Notwendigkeit, per Fähre anzureisen, oft die teuerste Insel.
Kostenrichtwerte pro Person und Tag (ohne Flug):
- Budget-Reise (Nebensaison): 60 € – 90 € (Hostal, Selbstverpflegung, Bus).
- Mittelklasse (Zwischensaison): 120 € – 180 € (3-Sterne-Hotel oder Finca, Restaurantbesuche, Mietwagen).
- Premium/Luxus (Hochsaison): Ab 250 € (4/5-Sterne-Hotel, gehobene Gastronomie, Aktivitäten).
Tipp zur Kostenkontrolle: Wenn Sie in der Hochsaison reisen müssen, weichen Sie auf Agroturismo-Betriebe im Inselinneren aus oder buchen Sie Unterkünfte mit eigener Küche. Die größten Sparmöglichkeiten liegen in der Wahl des Reisedatums (Frühling/Herbst).
Anreise und Inselhopping: Verbindungen und Tipps
Die meisten Flüge aus dem DACH-Raum landen auf dem Flughafen Palma de Mallorca (PMI) oder Ibiza (IBZ). Menorca (MAH) wird weniger frequentiert, aber von vielen deutschen Flughäfen direkt angeflogen.
Die Anreise per Flug:
In der Nebensaison sind Direktflüge oft sehr günstig und zahlreich. Im Sommer sollten Sie Flug und Unterkunft frühzeitig (6-9 Monate im Voraus) buchen, da die Kapazitäten begrenzt sind und die Preise schnell steigen.
Das Abenteuer Inselhopping:
Wenn Sie mehr als eine Insel erleben möchten, ist Inselhopping ideal. Es gibt regelmäßige Fährverbindungen zwischen den Inseln:
- Mallorca – Menorca: Fährzeit ca. 1–2,5 Stunden (je nach Route).
- Ibiza – Formentera: Fährzeit ca. 30 Minuten. Die Verbindung ist sehr häufig und unkompliziert.
- Mallorca – Ibiza: Fährzeit ca. 2,5–4 Stunden (längere Distanz).
Das Inselhopping funktioniert am besten im Spätsommer/Frühherbst, wenn die Fährpläne noch dicht sind, aber die Hauptreisezeit nachgelassen hat.
Unterkunftsarten: Von Finca bis Luxushotel
Die Balearen bieten eine breite Palette an Übernachtungsmöglichkeiten, die weit über das Standard-Resort hinausgehen.
1. Die Finca (Landhotel): Besonders auf Mallorca und Menorca sehr beliebt. Fincas sind restaurierte Bauernhöfe, die Ruhe, Authentizität und oft einen eigenen Pool inmitten der Natur bieten. Sie sind ideal für Paare und Familien, die dem Küstentrubel entgehen möchten.
2. Agroturismo: Eine spezielle Form der Finca, die sich auf nachhaltige Landwirtschaft konzentriert. Gäste erleben oft lokale Produkte direkt vom Hof. Perfekt für Slow Traveler und Feinschmecker.
3. Boutique-Hotels: Häufig in den historischen Stadtzentren von Palma, Ibiza-Stadt oder Ciutadella zu finden. Sie bieten individuellen Charme, exklusiven Service und eine zentrale Lage für Sightseeing.
4. Mietwohnungen/Villen: Eine gute Option für größere Gruppen oder Familien, die Selbstversorgung bevorzugen. Achten Sie bei der Buchung darauf, dass die Immobilie lizenziert ist (VFT oder ETV-Nummer in der Beschreibung), um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Top-Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten auf den Balearen
Die Fülle an kulturellen, sportlichen und kulinarischen Erlebnissen macht die Balearen zu einem Ganzjahresziel. Wir haben die Highlights zusammengefasst, die auf keiner Reise fehlen sollten.
Kulturelle Schätze und historische Städte
Die Balearen haben eine reiche Geschichte, geprägt von Phöniziern, Römern, Mauren und Katalanen. Diese Einflüsse sind in den architektonischen Juwelen sichtbar.
- Palma de Mallorca: Die Inselhauptstadt besticht durch die gotische Kathedrale La Seu, die direkt am Meer thront. Schlendern Sie durch die engen Gassen der Altstadt, besuchen Sie den Almudaina Palast und genießen Sie Tapas in den historischen Vierteln.
- Dalt Vila (Ibiza): Die befestigte Altstadt von Ibiza-Stadt ist ein UNESCO-Weltkulturerbe. Der Aufstieg wird mit einem atemberaubenden Blick über den Hafen und das Meer belohnt. Nehmen Sie sich Zeit, die Bastionen und Museen zu erkunden.
- Ciutadella (Menorca): Die ehemalige Hauptstadt Menorcas im Westen der Insel verzaubert mit venezianisch anmutenden Gassen und einem malerischen Hafen. Die Gebäude sind meist aus dem goldgelben Marés-Sandstein errichtet, was der Stadt einen warmen Glanz verleiht.
Naturerlebnisse: Wanderungen und Meer
Abseits der Strände bieten die Inseln beeindruckende Naturreservate und einzigartige Ökosysteme.
Wandern in der Serra de Tramuntana (Mallorca)
Für aktive Reisende ist der Fernwanderweg GR 221, die sogenannte „Trockenstein-Route“, ein Muss. Er führt entlang historischer Pfade durch die Berge, vorbei an Olivenhainen und traditionellen Gutshöfen. Die Etappen sind anspruchsvoll, aber die Aussichten auf die Westküste sind unvergleichlich.
- Praktischer Tipp: Planen Sie Wanderungen nur im Frühling oder Herbst. Im Sommer ist die Hitze zu groß und die Waldbrandgefahr hoch.
Der Cami de Cavalls (Menorca)
Dieser historische Küstenpfad (GR 223) umrundet die gesamte Insel Menorca. Ursprünglich diente er der Verteidigung und ist in 20 Etappen unterteilt. Er führt Sie zu unberührten Buchten und durch dichte Pinienwälder. Er ist auch ideal für Teilwanderungen oder Mountainbiker.
Wassersport und das Unterwasserleben
Die Wasserqualität der Balearen, insbesondere um Menorca und Formentera, ist hervorragend. Das Mittelmeer-Ökosystem wird durch Neptungraswiesen (Posidonia oceanica) geschützt, die das Wasser filtern. Diese Wiesen sind auf Ibiza und Formentera UNESCO-Weltnaturerbe.
- Aktivitäten: Tauchen, Schnorcheln und Stand-Up Paddling (SUP). Menorca gilt als besonders gutes Revier für Taucher, während Formentera aufgrund des klaren Wassers ein Paradies für Schnorchler ist.
Kulinarische Reise durch die balearische Küche
Die balearische Küche ist rustikal, mediterran und stark von katalanischen und spanischen Einflüssen geprägt. Sie basiert auf frischem Fisch, Meeresfrüchten, Gemüse und dem berühmten Schweinefleisch.
- Sobrassada: Eine würzige, streichfähige Rohwurst, die oft auf Brot oder zum Kochen verwendet wird. Ein Muss auf Mallorca und Menorca.
- Ensaimada: Das bekannteste balearische Gebäck. Eine spiralförmige, luftige Hefeteigschnecke, oft mit Puderzucker bestreut. Ideal zum Frühstück oder als Mitbringsel.
- Caldereta de Langosta: Der teure, aber legendäre Hummereintopf, der vor allem auf Menorca als Delikatesse gilt.
- Lokaler Wein und Kräuterliköre: Mallorca produziert exzellente Weine, besonders im Gebiet Binissalem. Auf Ibiza sollten Sie den traditionellen Kräuterlikör Hierbas Ibicencas probieren, oft als Digestif serviert.
Spezial-Fokus: Die Faszination Ibiza – Mehr als nur Party
Ibiza wird oft nur mit dem exzessiven Nachtleben gleichgesetzt. Doch die Insel bietet eine Tiefe, die viele Urlauber überrascht. Wer die Ruhe sucht, findet sie im Norden und in der Mitte der Insel.
Der Norden: Yoga, Retreats und Ruhe
Der nördliche Teil Ibizas, von Sant Joan de Labritja bis Portinatx, ist der Gegenpol zur südlichen Partyszene. Hier finden Sie:
- Agroturismo: Luxuriöse, aber entspannte Landhotels, die sich auf Wellness und Entschleunigung konzentrieren.
- Unberührte Buchten: Strände wie Cala Xarraca oder Cala Benirrás (bekannt für seine Sonntags-Trommler-Sessions) bieten eine entspannte, fast spirituelle Atmosphäre.
- Hippie-Erbe: Besuchen Sie den Markt Las Dalias, der seit 1985 besteht. Er ist weniger kommerziell als manche Strandmärkte und bietet handgefertigte Waren und einen authentischen Bohème-Vibe.
Ibiza im Herbst: Die Saison-Closing Parties
Für Partygänger bietet der Spätsommer/Frühherbst einen besonderen Reiz. Die berühmten Club-Closing-Partys finden typischerweise von Mitte September bis Anfang Oktober statt. Die Atmosphäre ist oft besser als im Hochsommer, da die Temperaturen milder sind und die Energie der Saison ihren Höhepunkt erreicht. Wer das berühmte Nachtleben erleben möchte, aber nicht die extreme Hitze des Augusts, wählt diesen Zeitraum.
Praktische Reisetipps und Sicherheit
Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Hier finden Sie essenzielle Tipps für einen reibungslosen Ablauf Ihrer Reise auf die Balearischen Inseln.
Verkehr, Miete und Mobilität vor Ort
Die Balearen lassen sich gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden, aber für maximale Freiheit ist ein Mietwagen auf Mallorca und Menorca empfehlenswert.
- Mallorca: Das Straßennetz ist hervorragend. Ein Mietwagen ermöglicht es Ihnen, die abgelegenen Buchten der Ostküste und die Bergdörfer zu erreichen. In Palma gibt es ein gutes Bus- und Zugnetz.
- Menorca: Relativ klein und übersichtlich. Ein kleiner Mietwagen ist ideal, um die vielen unbefestigten Zufahrtsstraßen zu den Stränden zu bewältigen.
- Ibiza: Mietwagen sind beliebt, aber das Parken in Ibiza-Stadt ist schwierig. Taxis und Busse sind in der Hauptsaison eine gute Alternative.
- Formentera: Das Auto ist hier fast unnötig. Mieten Sie Fahrräder, E-Bikes oder Mopeds. Dies ist die beste und umweltfreundlichste Art, die Insel zu erkunden.
Wichtiger Hinweis zum Mietwagen: Buchen Sie den Wagen unbedingt vorab online, besonders in der Hochsaison. Achten Sie auf die Tankregelung (Voll/Voll ist meist die fairste Option) und überprüfen Sie den Versicherungsschutz (Vollkasko ohne Selbstbeteiligung ist ratsam).
Gesundheit, Sicherheit und lokale Gepflogenheiten
Die Balearen sind ein sicheres Reiseziel mit hohem Standard. Dennoch sollten einige Punkte beachtet werden:
Gesundheit und Notfälle
Dank des Sozialversicherungsabkommens zwischen Spanien und der EU werden deutsche, österreichische und schweizerische Reisende in öffentlichen spanischen Kliniken behandelt. Nehmen Sie Ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mit. Eine private Auslandskrankenversicherung ist dennoch ratsam, um Kosten für Rücktransporte oder Privatärzte abzudecken.
Achtung: Die Sommersonne ist extrem intensiv. Nutzen Sie hochwirksamen Sonnenschutz (LSF 30+), vermeiden Sie die Mittagshitze (12:00–16:00 Uhr) und trinken Sie ausreichend.
Sicherheitshinweise und lokale Etikette
- Diebstahl: Wie in allen touristischen Hotspots sollten Sie an belebten Orten (Hafenpromenaden, Märkte, Strände) auf Ihre Wertsachen achten.
- Respekt vor der Natur: Auf Menorca und Formentera ist der Umweltschutz sehr wichtig. Achten Sie darauf, keinen Müll zu hinterlassen und die markierten Wege in Naturschutzgebieten nicht zu verlassen.
- Trinkwasser: Das Leitungswasser ist auf den Balearen meist stark gechlort oder salzhaltig. Zum Trinken wird oft Mineralwasser in Flaschen empfohlen.

Fazit: Ihre Traumreise auf die Balearischen Inseln wartet
Die Balearischen Inseln sind ein facettenreiches Archipel, das für jeden Reisestil das passende bietet. Ob Sie die majestätische Bergwelt Mallorcas erklimmen, die unberührten Strände Menorcas genießen, den pulsierenden Rhythmus Ibizas erleben oder die Karibik-Idylle Formenteras entdecken möchten – die Planung ist der Schlüssel zum Erfolg.
Wir haben gesehen, dass die beste Reisezeit für die meisten Aktivitäten der Frühling (März bis Mai) und der Herbst (September bis Oktober) ist. In diesen Monaten profitieren Sie von optimalen Wetterbedingungen für Aktivurlaub und Kultur, kombiniert mit moderaten Preisen und geringeren Menschenmassen.
Beginnen Sie jetzt mit der Planung. Überlegen Sie, welche Insel am besten zu Ihren Bedürfnissen passt und legen Sie Ihren Fokus fest: Ruhe, Sport oder Kultur? Mit diesen fundierten Informationen in der Hand steht Ihrer unvergesslichen Reise nichts mehr im Wege. Gute Reise!
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zu den Balearischen Inseln
Welche Balearische Insel ist die schönste und ruhigste?
Das hängt von Ihren Präferenzen ab. Menorca gilt allgemein als die ruhigste und ursprünglichste Insel, perfekt für Naturliebhaber und Familien. Formentera bietet die schönsten, karibisch anmutenden Strände und ist extrem entspannt, aber auch exklusiver und teurer. Mallorca hat im Landesinneren und in der Serra de Tramuntana ebenfalls viele ruhige Ecken.
Wie viel kostet eine Woche Urlaub auf den Balearischen Inseln?
Die Kosten variieren stark nach Saison und Insel. Für eine Woche in der Zwischensaison (Mai/Oktober) sollten Sie, inklusive Flug und Mittelklasse-Unterkunft, realistisch mit etwa 800 € bis 1.400 € pro Person rechnen. In der Hauptsaison (Juli/August), besonders auf Ibiza, können die Kosten deutlich über 2.000 € steigen.
Wann ist die Wassertemperatur auf den Balearen am wärmsten?
Die Wassertemperaturen erreichen ihren Höhepunkt im August und September und liegen dann oft zwischen 24 °C und 26 °C. Selbst im Oktober können Sie noch angenehm bei 22 °C baden.
Brauche ich auf den Balearischen Inseln ein Auto?
Auf Mallorca und Menorca ist ein Mietwagen sehr empfehlenswert, um die versteckten Buchten und das Inselinnere flexibel zu erkunden. Auf Ibiza ist es hilfreich, aber nicht zwingend notwendig, wenn Sie sich auf bestimmte Gegenden beschränken. Auf Formentera reichen Fahrräder oder Motorroller aus.
Welche ist die beste Insel für einen Familienurlaub?
Sowohl Mallorca als auch Menorca sind hervorragend für Familien geeignet. Mallorca bietet die größte Auswahl an familienfreundlichen Resorts und Attraktionen. Menorca ist aufgrund des langsameren Tempos, der überschaubaren Größe und der vielen flach abfallenden Strände ideal für Familien, die Ruhe suchen.
Kann man auf den Balearischen Inseln gut wandern?
Absolut. Mallorca (Serra de Tramuntana) und Menorca (Cami de Cavalls) sind hervorragende Wanderziele. Die beste Zeit dafür ist der Frühling (März bis Mai), wenn die Temperaturen mild sind und die Landschaft blüht.
