Die Portugiesischen Inseln – Madeira und die Azoren – sind Sehnsuchtsziele vieler Reisender aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie bieten eine faszinierende Mischung aus dramatischer Vulkanlandschaft, subtropischer Flora und tiefblauen Atlantikweiten. Doch obwohl sie geografisch beide zu Portugal gehören, sind sie in ihrer Natur und ihrem Klima überraschend unterschiedlich.
Wenn Sie von einem Urlaub inmitten üppiger Natur, spektakulärer Wanderwege oder der stillen Majestät des Ozeans träumen, sind diese Archipele die perfekte Wahl. Viele Reisende stehen jedoch vor der Frage: Welche Inselgruppe passt am besten zu meinen Vorstellungen? Und wann ist die optimale Reisezeit?
In diesem umfassenden Leitfaden navigieren wir Sie durch die Welt der Portugiesischen Inseln. Sie erhalten fundierte, praktische und vertrauenswürdige Informationen zu Klima, besten Reisezeiten, den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Kostenrahmen und logistischen Herausforderungen. Am Ende dieses Artikels werden Sie genau wissen, wie Sie Ihre unvergessliche Reise in diesen atlantischen Paradiesen optimal planen.
Der große Überblick: Welche Portugiesischen Inseln gibt es?
Portugal besitzt zwei autonome Regionen im Atlantik, die jeweils aus mehreren Inseln bestehen: Madeira und die Azoren. Obwohl beide durch ihre vulkanische Entstehung verbunden sind, bieten sie völlig unterschiedliche Urlaubserlebnisse. Während Madeira oft als die „Blumeninsel“ bekannt ist und hervorragende Infrastruktur bietet, sind die Azoren wilder, weitläufiger und fordern mehr logistischen Aufwand.
Azoren: Der wilde Atlantik-Archipel
Rund 1.500 Kilometer westlich von Lissabon liegen die neun Azoreninseln (Açores), die oft mit Island oder Neuseeland verglichen werden. Sie sind ein Paradies für Naturliebhaber und Abenteurer. Die Inseln sind in drei Gruppen unterteilt:

- Die Ostgruppe: São Miguel (die größte und touristisch am besten erschlossene Insel) und Santa Maria (bekannt für ihre Sandstrände).
- Die Zentralgruppe: Terceira, Graciosa, São Jorge, Pico (mit dem höchsten Berg Portugals) und Faial (ein wichtiger Segelhafen).
- Die Westgruppe: Flores und Corvo (klein, abgeschieden, dramatische Wasserfälle).
Die Azoren zeichnen sich durch intensive grüne Weiden, dampfende Geysire (Fumarolen), heiße Quellen und tiefe Kraterseen aus. Hier steht das Erlebnis ursprünglicher Natur und die Beobachtung mariner Großtiere im Vordergrund.
Madeira: Die Blumeninsel mit mildem Klima
Madeira liegt nur etwa 950 Kilometer südwestlich von Portugal und ist näher am afrikanischen Kontinent. Die Hauptinsel Madeira ist deutlich kleiner als der Azoren-Archipel, aber dichter besiedelt und touristisch stärker entwickelt. Sie ist berühmt für ihre ganzjährig milde Temperatur und die spektakulären Steilküsten.
- Die Insel Madeira: Das Zentrum des Geschehens, bekannt für die Hauptstadt Funchal, Weinbau und die einzigartigen Bewässerungskanäle, die Levadas.
- Porto Santo: Die kleine Schwester Madeiras, die nur 43 Kilometer entfernt liegt. Im Gegensatz zur felsigen Hauptinsel besticht Porto Santo mit einem neun Kilometer langen, goldenen Sandstrand – ideal für einen Badeurlaub.
- Die unbewohnten Desertas und Selvagens: Naturschutzgebiete, die nur unter strengen Auflagen besucht werden dürfen.
Madeira ist ideal für Reisende, die eine Kombination aus hervorragender Gastronomie, anspruchsvollen Wanderungen entlang der Levadas und einem Hauch von urbanem Flair suchen, ohne dabei auf eine dramatische Naturkulisse verzichten zu müssen.
Beste Reisezeit für Portugals Inselparadiese: Klima und Saison
Die Frage nach der besten Reisezeit ist entscheidend, da das Klima auf diesen Atlantikinseln stark von den jeweiligen Strömungen und der geografischen Lage beeinflusst wird. Obwohl Portugal auf dem Festland für heiße Sommer bekannt ist, bieten die Inseln oft gemäßigtere, aber auch feuchtere Bedingungen.
Klima der Azoren: Zwischen Nebel und Sonne
Die Azoren haben ein ozeanisch-subtropisches Klima, das durch den Golfstrom gemildert wird. Das Wetter ist notorisch wechselhaft – man sagt, man könne dort vier Jahreszeiten an einem Tag erleben. Extreme Temperaturen gibt es selten, aber die Luftfeuchtigkeit ist hoch und Regen kann das ganze Jahr über fallen.
- Sommer (Juni bis September): Dies ist die wärmste und trockenste Zeit. Die Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 20 °C und 25 °C. Dies ist die beste Zeit für Strandbesuche, Walbeobachtung und Inselhopping. Die Hochsaison bedeutet jedoch höhere Preise und mehr Touristen, besonders auf São Miguel.
- Herbst (Oktober bis Mitte Dezember): Die Temperaturen bleiben mild (16 °C bis 20 °C), aber die Niederschlagsmenge nimmt deutlich zu. Die Meerestemperaturen sind oft noch angenehm warm zum Baden.
- Winter (Mitte Dezember bis März): Die kühlste und regenreichste Periode (12 °C bis 17 °C). Viele Wanderwege können matschig sein. Die Azoren sind im Winter sehr ruhig und ideal für Reisende, die Authentizität und Ruhe suchen und keine Angst vor Regenschauern haben.
- Frühling (April bis Mai): Das Wetter wird stabiler, die Natur explodiert in Farben. Ideal für Wanderungen, bevor die große Sommerhitze einsetzt.
Praxistipp Azoren: Wenn Sie Wandern und Whale Watching kombinieren möchten, ist Juni ideal, da die Sichtungen noch gut sind und das Wetter stabil wird.
Klima auf Madeira: Der ewige Frühling
Madeira genießt das ganze Jahr über milde, frühlingshafte Temperaturen. Dank seiner Nähe zum Äquator und der Schutzwirkung der Berge vor Nordwinden liegt die Durchschnittstemperatur selbst im Winter selten unter 15 °C.
- Ganzjährig mild: Die Temperaturen bewegen sich typischerweise zwischen 17 °C (Winter) und 24 °C (Sommer). Extreme Hitze (über 30 °C) ist selten.
- Niederschlag: Der meiste Regen fällt zwischen Oktober und März, wobei die Südküste (Funchal) deutlich trockener ist als der Norden und das Hochland.
- Beste Reisezeit für Wanderer (Frühling/Herbst): April bis Mai und September bis November bieten perfekte Wandertemperaturen. Die Landschaft ist üppig grün und es ist weniger überlaufen als im Hochsommer.
- Beste Zeit für Sonnenanbeter (Sommer): Juli und August sind am wärmsten und trockensten, ideal, um Porto Santo zu besuchen oder in den natürlichen Lava-Pools zu schwimmen.
Praxistipp Madeira: Wenn Sie der zentraleuropäischen Winterdepression entfliehen möchten, ist Madeira in den Monaten Januar und Februar eine exzellente Wahl. Das Wetter ist zwar nicht badetauglich, aber ideal für leichte Wanderungen und Sightseeing.
Die ideale Reisezeit nach Aktivität
Ihre spezifischen Interessen bestimmen oft die beste Zeit für Ihre Reise:
Wandern und Naturerlebnisse
- Madeira: Frühling (April–Mai) und Herbst (September–Oktober). Die Temperaturen sind angenehm und die Blumenpracht im Frühling ist atemberaubend.
- Azoren: Später Frühling und Frühsommer (Mai–Juni). Die Wege sind trockener, und die berühmten Hortensien (Hydrangeas) stehen in voller Blüte.
Walbeobachtung (Whale Watching)
Beide Inselgruppen sind hervorragende Orte für Whale Watching, da sie auf den Migrationsrouten vieler Arten liegen.
- Azoren: Die beste Zeit ist von April bis Juni, wenn die großen Bartenwale (wie Blauwale, Finnwale) auf ihrer Wanderung vorbeiziehen. Pottwale sind ganzjährig anzutreffen.
- Madeira: Wale und Delfine können prinzipiell das ganze Jahr über gesichtet werden, aber die wärmeren Monate (Mai bis September) bieten die stabilsten Bedingungen für Bootsfahrten.
Badeurlaub und Strand
Weder Madeira noch die Azoren sind typische Badeziele wie die Karibik, da die Atlantikwassertemperaturen selten 24 °C überschreiten. Die besten Monate sind jedoch:
- August und September: Die Wassertemperatur erreicht ihren Höhepunkt (oft 22 °C bis 23 °C). Wenn Sie einen Sandstrand suchen, müssen Sie nach Porto Santo reisen, da die meisten Strände auf Madeira und den Azoren felsig sind.
Madeira – Planungshilfe für die „Insel des ewigen Frühlings“
Madeira zieht eine vielfältige Mischung von Reisenden an: Genießer, die den berühmten Madeira-Wein und die lokale Küche schätzen, sowie leidenschaftliche Wanderer, die die spektakulären Wege entlang der Levadas erkunden möchten. Die Insel ist kompakt, was die Planung sehr übersichtlich macht.
Highlights von Funchal bis zu den Levadas
Madeiras Attraktionen konzentrieren sich auf die Hauptstadt, die bergige Mitte und die Küstenlandschaft.
Die Hauptstadt Funchal
Funchal ist das Herz der Insel, eine lebendige Stadt mit engen Gassen, farbenfrohen Märkten (Mercado dos Lavradores) und einer beeindruckenden historischen Altstadt. Ein Muss ist die Fahrt mit der Seilbahn hinauf nach Monte, um von dort aus mit den traditionellen Korbschlitten (Carros de Cesto) wieder ins Tal zu brausen.
Die Levadas: Wandern am Wasser
Das Bewässerungssystem der Levadas ist einzigartig und bietet Tausende von Kilometern ebener Wanderwege. Sie leiten Wasser aus dem regenreichen Norden in den trockeneren Süden. Zu den bekanntesten Levadas zählen:
- Levada do Caldeirão Verde: Eine anspruchsvolle, aber spektakuläre Route durch Tunnel und tiefe Schluchten.
- Levada do Ribeiro Frio (Balcões): Eine sehr einfache, kurze Wanderung mit atemberaubendem Blick auf das zentrale Gebirge.
Das Gebirgsmassiv
Für ambitionierte Bergsteiger ist die Besteigung des Pico Ruivo (1.862 m), des höchsten Gipfels Madeiras, ein Highlight. Die Wanderung von Pico do Arieiro zum Pico Ruivo ist eine der beeindruckendsten Gratwanderungen Europas und bietet bei Sonnenaufgang unvergessliche Ausblicke auf die Wolkenmeere unter Ihnen.
Porto Moniz
Im Nordwesten der Insel liegen die berühmten natürlichen Meeresschwimmbecken von Porto Moniz. Diese durch vulkanische Lava geformten Pools füllen sich bei Flut mit frischem Meerwasser und bieten eine sichere und spektakuläre Bademöglichkeit.
Praktische Tipps zur Fortbewegung (Mietwagen, Bus)
Obwohl Funchal gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen ist, ist ein Mietwagen fast unverzichtbar, um die Insel in ihrer vollen Pracht zu erleben. Die Straßen sind gut ausgebaut, aber oft steil und kurvenreich. Achten Sie auf eine ausreichende Motorisierung.
- Mietwagen: Empfohlen für maximale Flexibilität. Buchen Sie diesen gerade in der Hochsaison frühzeitig.
- Busverkehr (SAM, Rodoeste): Zuverlässig für die Verbindung zwischen den großen Städten, aber abgelegene Wandergebiete sind oft schwer oder gar nicht erreichbar.
- Taxis/Transfer: Gut nutzbar für den Weg zu oder von einer Levada, wenn Sie nicht zum Ausgangspunkt zurückkehren möchten.
Mini-Szenario: Stellen Sie sich vor, Sie möchten die Levada do Rei im Norden erkunden. Ohne Mietwagen müssten Sie auf komplizierte Busverbindungen warten, während Sie mit dem Auto flexibel den frühen Morgen nutzen können, bevor die Parkplätze voll sind. Die Investition in einen Mietwagen zahlt sich auf Madeira schnell aus, um die zahlreichen Startpunkte der Wanderwege zu erreichen.
Kostenrahmen und Budgetplanung
Madeira ist im Vergleich zu vielen anderen westeuropäischen Zielen preisgünstig, jedoch teurer als das portugiesische Festland.
- Unterkunft: Die Preise variieren stark. Ein gutes Doppelzimmer im Mittelklassehotel in Funchal kostet außerhalb der Hochsaison typischerweise zwischen 70 € und 120 € pro Nacht. Luxuriöse Quintas (Landhäuser) sind deutlich teurer.
- Essen und Trinken: Ein Hauptgericht in einem touristischen Restaurant in Funchal liegt zwischen 15 € und 25 €. In kleineren, lokalen Tascas außerhalb der Hauptstadt essen Sie oft günstiger und authentischer (ca. 10 € bis 15 €). Probieren Sie unbedingt den lokalen Fisch Espada com Banana (Degenfisch mit Banane).
- Aktivitäten: Die meisten Levada-Wanderungen sind kostenlos. Seilbahnen (z.B. nach Monte) kosten ca. 11–13 € für die einfache Fahrt. Geführte Jeep-Safaris oder Whale Watching Touren liegen bei 40 € bis 60 € pro Person.
Planen Sie für eine moderate Reise nach Madeira ein Tagesbudget von etwa 100 € bis 150 € pro Person (ohne Flüge, inklusive Unterkunft, Verpflegung, Mietwagen und Eintritte).
Die Azoren – Reiseplanung für das Abenteuer im Atlantik
Die Azoren erfordern eine tiefere Planung, sind aber das absolute Muss für alle, die eine unberührte Naturerfahrung suchen. Da der Archipel aus neun Inseln besteht, ist die Entscheidung für eine oder mehrere Inseln sowie die Logistik des Inselhoppings der Schlüssel zur erfolgreichen Reise.
Die Vielfalt der Azoren: São Miguel, Pico und Terceira
Um die Azoren zu verstehen, muss man die Charaktere der wichtigsten Inseln kennen:
São Miguel (Die Grüne Insel)
São Miguel ist der Hauptknotenpunkt mit dem internationalen Flughafen (Ponta Delgada). Sie ist die größte, bevölkerungsreichste und touristisch am besten entwickelte Insel. Hier finden Sie die berühmten Zwillingsseen Lagoa das Sete Cidades und die heißen Quellen von Furnas, wo das Gericht Cozido das Furnas (ein Eintopf) direkt in der Erde gegart wird.
Pico (Die Graue Insel)
Dominiert vom Vulkan Ponta do Pico, der oft mit Schnee bedeckt ist. Pico ist bekannt für seine einzigartigen, UNESCO-geschützten Weinanbaugebiete in Lavasteinfeldern und ist ein wichtiges Zentrum für Walbeobachtung und Hochseefischerei. Es ist der perfekte Ort für anspruchsvolle Bergwanderer.
Terceira (Die Lila Insel)
Mit der wunderschönen UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt Angra do Heroísmo. Terceira bietet eine Mischung aus historischer Architektur, farbenfrohen Festlichkeiten und der Möglichkeit, in den Vulkanschlot Algar do Carvão hinabzusteigen.
Inselhopping auf den Azoren: Routen und Logistik
Inselhopping ist zwar möglich, erfordert aber Zeit und eine sorgfältige Koordination. Man unterscheidet zwischen der Logistik der zentralen und der äußeren Inselgruppen.
1. Flugverkehr (SATA Air Açores): Die wichtigste Verbindung zwischen den Inselgruppen. Flüge sind oft kurz, aber die Verbindungen sind nicht immer täglich und können wetterabhängig sein. Frühzeitige Buchung ist unerlässlich.
2. Fährverkehr (Atlânticoline): Die Fähren sind ideal für das Hopping innerhalb der zentralen Inselgruppe (Faial, Pico, São Jorge, Terceira). Diese Inseln liegen dicht beieinander. In den Sommermonaten ist die Frequenz höher. Die Überfahrten sind oft landschaftlich reizvoll.
Ideale Inselhopping-Routen (Beispiel 10 Tage):
- Fokus auf Natur und Anreise: São Miguel (5 Tage, Ankunft und große Seen) + Pico (5 Tage, Vulkanklettern und Wale).
- Fokus Zentralgruppe: Terceira (3 Tage) + São Jorge (3 Tage, Wandern entlang der Fajãs) + Pico (4 Tage). Dies erfordert gute Fährplanung.
Wichtiger Planungshinweis: Unterschätzen Sie nicht die Zeit, die Sie auf jeder Insel benötigen. Aufgrund der wechselhaften Witterung sollten Sie immer Puffertage einplanen, falls geplante Aktivitäten (z.B. die Besteigung des Pico) verschoben werden müssen.
Must-Do-Aktivitäten: Vulkane, Seen und Wale
Die Azoren bieten Aktivitäten, die tief in ihre vulkanische Geologie und maritime Lage eingebettet sind:
- Lagoa do Fogo & Sete Cidades (São Miguel): Besuchen Sie die Kraterseen, die Ikonen der Azoren. Um die besten Aussichten zu genießen, sollten Sie früh am Morgen kommen, bevor der Nebel die Sicht verdeckt.
- Thermalquellen: Baden Sie in den eisenhaltigen, warmen Pools von Terra Nostra oder Poça da Dona Beija in Furnas. Nehmen Sie ältere Badekleidung mit, da das Wasser diese verfärben kann.
- Vulkanbesteigung Pico: Eine anspruchsvolle, aber lohnende Wanderung. Wenn Sie den Gipfel erreichen, benötigen Sie eine behördliche Genehmigung (die online erworben werden kann) und sollten nur bei guten Wetterbedingungen starten.
- Teeplantagen: Besuchen Sie die einzigen Teeplantagen Europas (Chá Gorreana oder Chá Porto Formoso) auf São Miguel.
Sicherheit und Respekt vor der Natur: Auf den Azoren sind die Naturgewalten präsenter als in vielen anderen Urlaubsregionen. Folgen Sie immer den ausgewiesenen Wegen, achten Sie auf schnell wechselndes Wetter, insbesondere im Hochgebirge und an den Steilküsten, und buchen Sie geführte Touren nur bei zertifizierten, lokalen Anbietern.
Praktische Reisetipps für die Portugiesischen Inseln
Unabhängig davon, ob Sie sich für die Azoren oder Madeira entscheiden, gibt es einige wichtige logistische und kulturelle Aspekte, die Sie bei der Reiseplanung beachten sollten, um böse Überraschungen zu vermeiden.
Anreise und Flugverbindungen
Beide Archipele sind hervorragend an den europäischen Flugverkehr angebunden, insbesondere ab Deutschland, Österreich und der Schweiz (D-A-CH).
- Madeira (Funchal, FNC): Direktflüge sind von vielen deutschen Großstädten (Frankfurt, München, Düsseldorf) verfügbar, oft mehrmals wöchentlich, insbesondere in der Hauptsaison. Die Flugzeit beträgt ca. 4 bis 4,5 Stunden.
- Azoren (Ponta Delgada, PDL): Direktflüge werden saisonal von einigen deutschen Flughäfen angeboten (z.B. Frankfurt). Alternativ ist eine Zwischenlandung in Lissabon (LIS) oder Porto (OPO) fast immer notwendig. Bedenken Sie, dass die Azoren weiter entfernt sind und die Gesamtflugzeit länger ist.
Tipp zur Flugplanung: Um die Azoren kostengünstig zu bereisen, prüfen Sie die Option eines „Stopovers“ in Lissabon. Dies kann die Reise angenehmer gestalten und ermöglicht es Ihnen, auch die portugiesische Hauptstadt kennenzulernen.
Wichtige Reiseunterlagen und Gesundheitshinweise
Da die Inseln zu Portugal und somit zur Europäischen Union gehören, sind die Einreisebestimmungen unkompliziert. Sie benötigen lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass.
- Währung: Euro (€) wird verwendet.
- Gesundheit: Die medizinische Versorgung ist gut, insbesondere auf den Hauptinseln (São Miguel und Madeira). Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gilt. Wir empfehlen dennoch dringend den Abschluss einer privaten Reisekrankenversicherung, die auch einen medizinischen Rücktransport abdeckt.
- Impfungen: Es sind keine speziellen Impfungen erforderlich.
- Sonnenschutz: Der Atlantikwind kann die Stärke der Sonne leicht vergessen lassen. Hoher Sonnenschutz ist unerlässlich, selbst wenn es bewölkt ist.
Kultur und Kulinarik: Was Sie wissen sollten
Die Inselkultur unterscheidet sich leicht vom portugiesischen Festland. Die Inselbewohner sind traditionell stärker vom Meer geprägt und leben oft nach einem gemächlicheren Rhythmus.
Die Küche der Azoren und Madeira
Die Inselküche basiert stark auf Fisch und Meeresfrüchten, ergänzt durch tropische Früchte (Passionsfrucht, Bananen) und reichhaltige Eintöpfe.
- Azoren: Probieren Sie den Cozido das Furnas (Eintopf, der im Erdboden gekocht wird) und frisches Rindfleisch von den Weidekühen, das von hervorragender Qualität ist.
- Madeira: Der Espetada (Fleischspieße über Holzkohle) und natürlich der weltberühmte Madeira-Wein, der perfekt zu Käse und Desserts passt.
- Getränke: Auf Madeira sollten Sie den Poncha probieren, einen starken Cocktail aus Zuckerrohrschnaps, Zitronensaft und Honig – mit Vorsicht zu genießen!
Umgangsformen
Die Insulaner sind gastfreundlich und herzlich. Obwohl Englisch in touristischen Gebieten gesprochen wird, wird es immer geschätzt, wenn Sie einige Worte Portugiesisch versuchen (z.B. „Obrigado“ für Danke). Trinkgeld ist üblich (etwa 5–10 % in Restaurants, wenn der Service gut war).
Die Wahl treffen: Azoren oder Madeira – Was passt zu Ihnen?
Die Entscheidung zwischen den Azoren und Madeira hängt von Ihren Prioritäten, Ihrem Reisebudget und Ihrem Wunsch nach Abenteuer ab. Hier ist eine Gegenüberstellung, die Ihnen bei der finalen Entscheidung helfen soll.
| Kriterium | Madeira (Blumeninsel) | Azoren (Atlantik-Archipel) |
|---|---|---|
| Hauptfokus | Wandern, Wellness, Botanik, Kultur (Funchal) | Abenteuer, Geologie, Walbeobachtung, Ursprünglichkeit |
| Beste Reisezeit | Ganzjährig (Ideal: Frühling/Herbst) | Sommer (Juni bis September) |
| Klima | Milder, stabiler Frühling | Wechselhafter, höhere Niederschlagswahrscheinlichkeit |
| Strände | Nur auf Porto Santo (per Fähre erreichbar) | Wenige Sandstrände, Fokus auf Lava-Pools |
| Logistik | Sehr einfach (eine Hauptinsel) | Komplex (Inselhopping erforderlich/empfohlen) |
| Preisniveau | Mittel bis gehoben | Etwas günstiger (außerhalb São Miguel) |
Das perfekte Profil für Madeira-Reisende
Madeira ist die richtige Wahl, wenn Sie:
- Ganzjährig reisen möchten: Sie suchen einen sicheren Ort, um dem Winterblues zu entkommen, mit garantiert milden Temperaturen.
- Komfort und einfache Logistik schätzen: Sie möchten nicht ständig umziehen oder komplizierte Flugpläne erstellen.
- Ein Gleichgewicht suchen: Sie lieben Wandern, möchten aber auch eine lebendige Hauptstadt, gute Restaurants und kulturelle Angebote genießen.
- Einfache, gut ausgebaute Wege bevorzugen: Die Levadas sind gut gesichert und leicht zugänglich.
Madeira ist auch für ältere Reisende oder solche, die einen entspannteren Aktivurlaub suchen, optimal geeignet.
Das perfekte Profil für Azoren-Entdecker
Die Azoren sind die ideale Destination, wenn Sie:
- Abenteuer und Ursprünglichkeit suchen: Sie möchten tiefe Einblicke in vulkanische Geologie und unberührte Landschaften gewinnen.
- Sich für Inselhopping begeistern: Sie haben mindestens 10 bis 14 Tage Zeit und möchten verschiedene Inselcharaktere erkunden.
- Lust auf Wetterkapriolen haben: Sie sind auf Regenschauer vorbereitet und wissen, dass die Belohnung dafür üppig grüne, dramatische Landschaften sind.
- Whale Watching priorisieren: Sie möchten die besten Chancen haben, die großen Bartenwale im Frühsommer zu sehen.
Die Azoren sind besser für aktive Reisende geeignet, die gerne planen, erkunden und sich von den logistischen Herausforderungen nicht abschrecken lassen.

Fazit: Ihre Inspiration für die Atlantikinseln
Die Portugiesischen Inseln – sei es das blühende, zugängliche Madeira oder der wilde, abenteuerliche Azoren-Archipel – bieten einzigartige und erfüllende Reiseerlebnisse. Es sind Orte, an denen die Natur die Hauptrolle spielt und der stressige Alltag schnell vergessen ist.
Ihre Planung beginnt mit der ehrlichen Beantwortung der Frage, welches Klima und welcher Reisestil am besten zu Ihnen passen. Wenn Sie mildes Klima und einfache Erreichbarkeit schätzen, wählen Sie Madeira. Wenn Sie bereit für ein echtes Abenteuer mit mehreren Inseln und wechselhaftem Wetter sind, buchen Sie Ihren Flug nach São Miguel.
Egal, wie Sie sich entscheiden: Buchen Sie Ihre Flüge und Unterkünfte frühzeitig, insbesondere wenn Sie in der Hochsaison reisen oder Inselhopping planen. Nehmen Sie die Zeit, um sich auf die lokalen Gegebenheiten einzulassen – sei es eine dampfende Tasse Tee auf den Azoren oder ein Glas Madeira-Wein mit Blick auf den Atlantik. Unvergessliche Erlebnisse sind auf beiden Archipelen garantiert.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wie lange braucht man, um die Azoren zu bereisen?
Um einen guten Eindruck von den Azoren zu bekommen, sollten Sie mindestens 7 bis 10 Tage für die Hauptinsel São Miguel einplanen. Wenn Sie Inselhopping betreiben und drei bis vier Inseln der Zentralgruppe (z.B. Pico, Faial, Terceira) besuchen möchten, benötigen Sie realistisch 14 bis 21 Tage, um genügend Puffer für Wetter und Fährverbindungen zu haben.
Kann man auf Madeira oder den Azoren gut baden?
Die Wassertemperaturen im Atlantik sind selbst im Hochsommer (August/September) mit durchschnittlich 22 °C eher kühl, aber zum Baden geeignet. Auf Madeira finden Sie die besten Sandstrände auf der Nebeninsel Porto Santo. Auf den Azoren badet man meist in natürlichen Meeresschwimmbecken aus Lavagestein oder in den Thermalquellen (z.B. Furnas auf São Miguel).
Ist ein Mietwagen auf den Portugiesischen Inseln notwendig?
Auf Madeira ist ein Mietwagen dringend empfohlen, um die Levadas und abgelegenen Küstenabschnitte flexibel zu erreichen. Auf den Azoren ist er ebenfalls essenziell, besonders auf den größeren Inseln wie São Miguel oder Terceira, da die öffentlichen Verkehrsmittel außerhalb der Hauptstädte sehr eingeschränkt sind. Buchen Sie den Wagen in der Hauptsaison weit im Voraus.
Ist Madeira für einen reinen Strandurlaub geeignet?
Nein. Madeira selbst ist keine klassische Stranddestination, da die Küstenlinie größtenteils steil und felsig ist. Wenn ein goldener Sandstrand zwingend zu Ihrem Urlaub gehört, sollten Sie die Fähre zur Nachbarinsel Porto Santo nehmen, die ideal für Badeurlaube ist.
Welche Insel der Azoren ist die schönste?
Die Schönheit der Azoren ist subjektiv und jede Insel hat ihren eigenen Charakter. São Miguel wird oft als die vielseitigste und landschaftlich reizvollste Insel angesehen (Kraterseen, Thermalbäder). Pico besticht durch die dramatische Vulkanlandschaft. Für eine Mischung aus Kultur und Natur gilt Terceira als Favorit.
Wann ist die Hortensienblüte auf den Azoren am besten?
Die berühmte Hortensienblüte, die die Azoren mit ihren blauen und violetten Farbtönen überzieht, erreicht ihren Höhepunkt typischerweise in den Monaten Juni und Juli. Dies ist eine landschaftlich besonders attraktive Zeit für Wanderungen.
Sind die Portugiesischen Inseln teuer?
Die Portugiesischen Inseln liegen preislich etwas über dem portugiesischen Festland. Im Vergleich zu Deutschland, Österreich oder der Schweiz sind sie jedoch meist günstiger. Flüge können saisonal teuer sein. Lebensmittel und Aktivitäten sind moderat, wobei Sie durch die Nutzung von Ferienwohnungen und lokalen Märkten das Budget gut steuern können.
