Griechenland, das Land der Götter, der antiken Wunder und der strahlend blauen Ägäis, steht bei Reisenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ganz oben auf der Wunschliste. Die meisten denken dabei sofort an den Hochsommer, gefüllt mit Sonnenschein, warmem Meer und belebten Tavernen. Doch was, wenn du die Inseln und das Festland erleben möchtest, ohne Schulter an Schulter mit Tausenden anderer Touristen zu stehen?
Die Frage, lohnt sich Griechenland außerhalb der Saison, ist nicht nur berechtigt, sondern für viele die Antwort auf einen authentischeren, entspannteren und oft günstigeren Urlaub. Wir von noveltr.com nehmen dich mit auf eine Reise durch die Nebensaison, zeigen dir, wann die beste Zeit für dich persönlich ist und wie du Griechenland von seiner ruhigsten und vielleicht schönsten Seite kennenlernst.
Dieser Artikel dient der Information und Inspiration. Er ersetzt keine offizielle Reiseberatung und keine aktuellen Hinweise von Behörden oder Reiseanbietern. Bitte informiere dich stets vor Reiseantritt über aktuelle Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise, beispielsweise beim Auswärtigen Amt.
Warum Griechenland außerhalb der Hauptsaison eine Überlegung wert ist
Die Hochsaison in Griechenland (typischerweise von Mitte Juni bis Anfang September) bietet zwar garantiert warmes Badewetter, bringt aber auch volle Strände, hohe Preise und überhitzte Städte mit sich. Die sogenannte „Nebensaison“ (oder Zwischensaison) beginnt direkt davor und danach und bietet eine attraktive Balance aus gutem Wetter und geringerer Dichte.
Wenn du Wert auf kulturelle Tiefe, Aktivität und Erholung legst – und das Baden im Meer nicht zwingend die Hauptpriorität hat – eröffnen sich in der Nebensaison völlig neue Perspektiven.

Definition der Saisonzeiten: Haupt-, Neben- und Zwischensaison
Um die Planung zu vereinfachen, unterteilen wir die griechische Reisesaison grob in drei Phasen:
- Hauptsaison (Mitte Juni bis Mitte September): Höchste Preise, beste Wassertemperaturen, größter Andrang, garantierter Betrieb aller touristischen Einrichtungen.
- Zwischensaison (April bis Mitte Juni und Mitte September bis Ende Oktober): Ideale Temperaturen (ca. 18 °C bis 25 °C), niedrigere Preise, ruhigere Atmosphäre, fast alle Fähren und Restaurants sind noch oder schon in Betrieb. Oftmals die beste Reisezeit für Aktivurlauber und Kulturliebhaber.
- Nebensaison/Wintersaison (November bis März): Niedrigste Preise, geringe Touristendichte, stark eingeschränkte Infrastruktur auf kleineren Inseln, frischeres, instabileres Wetter, aber ideal für Städtereisen (Athen, Thessaloniki).
Die großen Vorteile: Ruhe, Kosten und Authentizität
Der Wechsel von der Hochsaison in die ruhigeren Monate bringt drei entscheidende Vorteile mit sich, die dein Reiseerlebnis grundlegend verändern können:
1. Preisvorteil und Budgetkontrolle
In der Nebensaison fallen die Preise für Unterkünfte und Flüge drastisch. Während in Santorini im August kleine Studios hunderte Euros kosten können, sind dieselben Hotels im Mai oder Oktober oft um 30 bis 50 Prozent günstiger. Dies ermöglicht dir entweder eine längere Reisedauer oder einen höheren Standard bei gleichem Budget.
2. Entspannung und Ruhe
Stell dir vor, du stehst auf der Akropolis in Athen und musst nicht um den besten Blick kämpfen. Oder du wanderst auf Kreta durch eine Schlucht, ohne ständig überholt zu werden. Die Ruhe ist der größte Luxus der Nebensaison. Du kannst die Orte in ihrem eigenen Tempo, fernab der Massen, erleben.
3. Authentisches Griechenland
Wenn der touristische Betrieb heruntergefahren wird, kommt das lokale Leben zum Vorschein. In Tavernen triffst du eher Einheimische als Touristengruppen, und du bekommst einen ehrlichen Einblick in den Alltag der Griechen. Die Menschen sind entspannter, haben mehr Zeit für Gespräche und teilen gerne ihre lokalen Traditionen und Geschichten.
Klima und Wetter: Wann ist die ideale Nebensaison-Zeit?
Die Wetterbedingungen sind der kritischste Punkt bei der Planung außerhalb des Sommers. Griechenland ist klimatisch sehr vielfältig. Die optimale Nebensaison-Reisezeit hängt stark davon ab, was du erleben möchtest.
Der Herbst (September bis November): Der goldene Nachsommer
Der Herbst gilt oft als die attraktivste Zeit für eine Griechenlandreise abseits der Hochsaison. Das Wetter ist stabil, die Temperaturen sind angenehm warm, aber nicht mehr erdrückend heiß.
- September: Perfekt. Die Lufttemperatur liegt oft noch zwischen 25 °C und 30 °C. Das Meerwasser ist nach dem langen Sommer noch herrlich warm (oftmals wärmer als im Juni!). Ideal für Badeurlaub ohne die Hauptsaisonpreise.
- Oktober: Sehr gut. Die Temperaturen sinken langsam auf 20 °C bis 25 °C. Erste Regenschauer sind möglich, aber meist kurz. Das Meer ist noch warm genug zum Schwimmen. Die beste Zeit für Kulturreisen und Wanderungen.
- November: Übergangszeit. Die Touristenzentren schließen langsam. Erhebliche Niederschläge können auftreten. Nur noch auf den südlichsten Inseln (Kreta, Rhodos) sind sonnige, milde Tage wahrscheinlich. Gut für Städtetrips.
Der Frühling (März bis Mai): Wandern und Blüte
Der Frühling bietet die Wiederbelebung der Natur. Alles ist grün, die Wildblumen blühen und die Temperaturen steigen spürbar an, bevor die Sommerhitze einsetzt. Diese Zeit ist ideal für Naturliebhaber und Aktivurlauber.
- März: Kühl und frisch. Im Norden kann es noch recht kühl sein, im Süden (Peloponnes, Kreta) werden bereits 15 °C bis 18 °C erreicht. Touristische Infrastruktur beginnt langsam zu erwachen.
- April: Sehr gut. Perfekte Temperaturen für Sightseeing und Wandern (18 °C bis 22 °C). Die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Achtung: Das Meer ist noch kalt zum Baden. Ostern (Pascha) ist das wichtigste Fest in Griechenland und kann zu Einschränkungen oder höheren Preisen führen.
- Mai: Fast schon Sommer. Temperaturen um die 25 °C. Das Meer ist erfrischend, aber das Baden ist oft schon möglich. Die Zwischensaison ist im vollen Gange, aber es ist deutlich ruhiger als im Juli.
Der Winter (Dezember bis Februar): Städtetrips und Berge
Die Wintermonate sind die eigentliche Nebensaison. Griechenland ist dann ein Ziel für Insider, die keine Angst vor kühlerem, instabilem Wetter haben.
Wer Athen oder Thessaloniki besucht, erlebt das urbane Leben authentisch und die Museen sind leer. Überraschend für viele: In den nördlichen Gebieten und den Bergregionen (z.B. Pindos-Gebirge oder der Berg Olymp) gibt es sogar Skigebiete. Die Inseln sind in dieser Zeit sehr ruhig; viele Hotels und Fährverbindungen ruhen ganz.
Regionale Unterschiede: Inseln vs. Festland in der Nebensaison
Die Entscheidung, ob sich Griechenland außerhalb der Saison lohnt, hängt maßgeblich davon ab, welche Region du wählst. Die Infrastruktur bleibt auf dem Festland und den großen Inseln ganzjährig stabil, während sie auf kleineren Inseln saisonal stark zurückgeht.
Athen und Nordgriechenland: Ideal für Kulturtourismus
Die griechischen Metropolen sind Ganzjahresziele. Athen profitiert enorm von der Nebensaison:
- Sightseeing ohne Hitzschlag: Die Besichtigung der Akropolis, des antiken Forums oder der Plaka ist im Mai oder Oktober wesentlich angenehmer als bei 40 °C im Juli.
- Museen und Galerien: Die zahlreichen Museen der Hauptstadt, wie das Neue Akropolis Museum oder das Nationale Archäologische Museum, sind perfekte Zufluchtsorte an kühleren Tagen und weniger überfüllt.
- Gastronomie: In Athen bleiben alle Restaurants, Cafés und Bars geöffnet. Du erlebst hier das echte, lebendige Großstadtflair.
Thessaloniki im Norden bietet sich ebenfalls hervorragend für einen Herbst- oder Frühlingsbesuch an, mit einer reichen byzantinischen Geschichte und einer lebendigen Studentenszene.
Kreta und Rhodos: Die wärmsten Ganzjahresziele
Wenn dein Herz am Meer hängt und du möglichst lange baden möchtest, solltest du dich auf die südlichen, größeren Inseln konzentrieren. Kreta und Rhodos genießen das mildeste Klima in Griechenland.
Kreta: Die Insel ist groß genug, um nicht von saisonalem Tourismus abhängig zu sein. Die Städte Chania und Heraklion sind ganzjährig belebt. Kreta ist berühmt für seine Wanderungen (z.B. Samaria-Schlucht, die bis Ende Oktober/Anfang November geöffnet ist). Hier kannst du oft noch bis Mitte November angenehme Strandtage erleben.
Rhodos: Ähnlich wie Kreta bietet Rhodos ein verlängertes Sommergefühl. Die mittelalterliche Altstadt von Rhodos-Stadt ist auch im Winter eindrucksvoll. Die touristischen Hotspots im Süden schließen jedoch im November.
Die Kykladen und die Problematik der Fährverbindungen
Die malerischen Kykladen-Inseln wie Santorini, Mykonos, Naxos oder Paros sind der Inbegriff des griechischen Sommerurlaubs. Außerhalb der Saison wandelt sich ihr Charakter stark:
- Mykonos und Santorini: Sie bleiben aufgrund ihrer weltweiten Bekanntheit länger geöffnet (oft bis Ende Oktober). Allerdings sind viele der exklusiven Resorts und Nachtclubs ab November geschlossen.
- Kleinere Inseln: Auf Inseln wie Ios oder Milos, deren Wirtschaft fast vollständig vom Sommertourismus abhängt, fahren ab Mitte Oktober kaum noch Fähren, viele Restaurants schließen, und die Auswahl an Unterkünften ist stark begrenzt.
- Planungstipp: Wenn du die Kykladen in der Nebensaison besuchst, plane flexibel. Fähren können bei starkem Wind (oft typisch im Winter) kurzfristig ausfallen, was zu unfreiwilligen Verlängerungen führen kann.
Aktivitäten und Erlebnisse ohne Sommermassen
Die Nebensaison bietet dir die Möglichkeit, Griechenland nicht nur zu sehen, sondern es wirklich zu erleben. Die Fokusverschiebung weg vom Strand hin zu Kultur und Natur ist der Schlüssel zum Erfolg.
Stressfrei eintauchen: Antike Stätten und Museen
Die Besichtigung der antiken Wunder ist der Hauptgrund, warum viele Besucher außerhalb des Sommers reisen. Wenn du die sengende Hitze des Mittags vermeidest, kannst du diese historischen Orte viel intensiver wahrnehmen.
- Delphi oder Olympia: Im Sommer sind diese riesigen archäologischen Gelände oft überfüllt und es gibt kaum Schatten. Im Mai, Anfang Juni oder Oktober ist das Licht weicher, die Temperaturen sind angenehm und du kannst die Stätten in aller Ruhe erkunden.
- Günstigere Eintrittspreise: Manchmal gelten in der Nebensaison verkürzte Öffnungszeiten für Stätten, doch oft gibt es auch reduzierte Eintrittspreise für Museen in den Wintermonaten (November bis März).
Kulinarik und Wein: Die Erntezeit erleben
Der Herbst ist die Zeit der Ernte. Dies ist die beste Gelegenheit, die griechische Küche von ihrer frischesten Seite zu erleben.
Im September beginnt auf den Inseln und dem Festland die Weinlese. Viele Weingüter bieten in dieser Zeit Führungen und Verkostungen an. Im Oktober und November beginnt die Olivenernte, besonders auf dem Peloponnes und Kreta. Hier kannst du hautnah sehen, wie das berühmte griechische Olivenöl produziert wird, und es direkt von der Presse probieren – ein unvergessliches kulinarisches Erlebnis.
Zudem haben die Tavernen abseits der Touristenpfade Hochsaison, da sie nun die lokalen Gäste bedienen. Suche gezielt nach Orten, an denen die Einheimischen essen – die Qualität ist dann oft herausragend und die Preise fair.
Aktivurlaub: Wandern, Klettern und Radfahren
Die griechische Landschaft ist im Frühling und Herbst ideal für sportliche Aktivitäten. Die Sommerhitze macht ausgedehnte Wanderungen in der Mittagszeit fast unmöglich. Die milderen Temperaturen der Nebensaison ermöglichen jedoch ganztägige Touren.
- Peloponnes: Diese Region ist ein Paradies für Wanderer. Der Menalon Trail in Arkadien oder die Gegend um die Mani-Halbinsel sind im April/Mai und Oktober ein Traum.
- Meteora: Die einzigartigen Felsformationen mit den Klöstern bieten atemberaubende Ausblicke. Frühling und Herbst sind ideal für Wanderungen zwischen den Felsen und vermeiden die Sommerhitze und den Hauptandrang an den Klostereingängen.
- Fahrradtouren: Die Insel Kos oder Teile von Kreta verfügen über gute Radwege. Mit Temperaturen um die 20 °C kannst du die Landschaft entspannt auf zwei Rädern erkunden.
Praktische Planung für die Nebensaison
Die Reiseplanung außerhalb der Hochsaison erfordert etwas mehr Sorgfalt und Flexibilität, besonders in Bezug auf die Logistik und die Erwartungshaltung bezüglich des Wetters und der Öffnungszeiten.
Budgetplanung: Wie groß ist das Sparpotenzial wirklich?
Das Sparpotenzial ist erheblich, insbesondere bei den Fixkosten:
- Flüge: Flüge im Mai oder Ende September sind oft deutlich günstiger als im Juli oder August. Direktflüge können jedoch in der tiefen Nebensaison (November bis März) reduziert sein oder ganz entfallen.
- Unterkunft: Hier sparst du am meisten. Luxushotels halbieren oft ihre Preise in der Zwischensaison, und kleinere Pensionen bieten attraktive Tagespreise.
- Verpflegung: In Touristenzentren bleiben die Preise relativ stabil, aber die Gefahr, in eine „Touristenfalle“ zu geraten, ist geringer. Auf dem Festland sind die lokalen Preise ganzjährig konstant.
Achtung: Die tatsächliche Ersparnis hängt stark von der Region ab. Athen ist ganzjährig preisstabil, während abgelegene Inseln im Winter extrem günstig, aber eben auch sehr begrenzt in ihrem Angebot sind.
Infrastruktur und Service: Was geschlossen sein könnte
Wenn du in der Nebensaison reist, musst du akzeptieren, dass du nicht den vollen Serviceumfang des Sommers vorfindest. Besonders betroffen sind:
- Fährverbindungen: Auf den Kykladen und Dodekanes werden die Frequenz und die Anzahl der angesteuerten Häfen ab Mitte Oktober stark reduziert. Große Fährlinien (Piraeus nach Kreta, Rhodos) fahren aber fast immer.
- Mietwagen: Die Verfügbarkeit ist in der Nebensaison besser und die Preise niedriger. Es ist ratsam, einen Mietwagen vor Ort zu haben, da der lokale Busverkehr reduziert sein kann.
- Hotels und Tavernen: Auf den kleineren Inseln schließen familiengeführte Betriebe oft von November bis März komplett. Die wenigen geöffneten Restaurants sind dann oft nur auf die lokale Bevölkerung ausgerichtet. Informiere dich vorab genau über die Verfügbarkeit in deinem gewählten Zielgebiet.
Packtipps für die Nebensaison: Zwiebellook ist Pflicht
Vergiss nicht: Selbst wenn die Sonne scheint, können die Abende kühl werden, und es besteht eine höhere Regenwahrscheinlichkeit. Während du im September noch T-Shirts und Badesachen brauchst, solltest du ab Mitte Oktober und vor allem im Frühling und Winter eine flexible Garderobe dabei haben:
- Eine leichte, wind- und wasserabweisende Jacke.
- Warme Schichten (Pullover, Fleece) für die Abende oder Bergregionen.
- Gutes, wasserfestes Schuhwerk (besonders für Wanderungen oder Besichtigungen antiker Stätten).
- Sonnenschutz nicht vergessen! Auch im Frühling und Herbst ist die UV-Strahlung im Süden stark.
Reiseszenarien: Finde deine perfekte Nebensaison-Reise
Je nach deinem Reisestil bietet die Nebensaison unterschiedliche ideale Zeitfenster und Routen. Hier sind drei typische Szenarien:
Szenario 1: Der Kulturliebhaber und Wanderer (April/Mai oder Oktober)
Du liebst es, aktiv zu sein, tief in die Geschichte einzutauchen und die Natur zu genießen, ohne dabei nass zu werden. Das Baden im Meer ist dir nicht so wichtig.
- Ideale Zeit: Mitte Mai oder Mitte Oktober.
- Route: Beginne in Athen (3 Tage), um die Hauptsehenswürdigkeiten zu erleben. Reise dann auf den Peloponnes (z.B. Nafplio, Monemvasia, Sparta), besichtige die antiken Stätten und verbringe mehrere Tage mit Wanderungen im Landesinneren. Oder wähle Nordgriechenland mit dem Pindos-Gebirge und Meteora.
- Vorteil: Die Temperaturen sind perfekt für ganztägige Aktivitäten (18 °C bis 25 °C), die Farben der Natur sind satt und die Hotels sind bereits in Betrieb, aber noch nicht überbucht.
Szenario 2: Der Bade-Verlängerer (Mitte September bis Anfang Oktober)
Du möchtest den Sommer verlängern, baden und die klassischen Inseln sehen, aber dabei sparen und die größten Massen vermeiden.
- Ideale Zeit: Die letzten beiden Septemberwochen.
- Route: Wähle die großen, südlichen Inseln wie Kreta, Rhodos oder Korfu (Ionische Inseln). Hier sind die Wassertemperaturen garantiert noch angenehm. Du kannst die Strände fast leer genießen und die touristische Infrastruktur ist noch voll funktionsfähig.
- Vorteil: Das Meerwasser hat sich über den Sommer maximal aufgeheizt. Die Flug- und Hotelpreise sind bereits gesunken, aber das Wetter ist meist stabiler als im Juni.
Szenario 3: Der Athen-Insider (November bis März)
Du bist fasziniert von städtischem Leben, Kultur und einem minimalen Budget. Du nimmst kühleres Wetter in Kauf.
- Ideale Zeit: Januar oder Februar (die günstigsten Monate).
- Route: Konzentriere dich auf Athen oder Thessaloniki. Eventuell ein kurzer Ausflug in die Bergregionen Zentralgriechenlands (Parnassos oder Ioannina), wenn du Schnee erleben möchtest.
- Vorteil: Die Preise sind am niedrigsten. Die Museen und archäologischen Stätten sind fast leer. Du erlebst die Hauptstadt im normalen Rhythmus der Einheimischen.
Fazit: Lohnt sich Griechenland außerhalb der Saison wirklich?
Die klare Antwort ist: Ja, absolut. Für Reisende, die mehr Wert auf authentische Erlebnisse, kulturelle Erkundungen, Aktivurlaub und Budgetersparnis legen als auf garantiert perfekte Badebedingungen, ist Griechenland in der Zwischensaison (besonders Mai/Juni und September/Oktober) oft die bessere Wahl.
Du tauschst die Sicherheit des Hochsommerwetters gegen Ruhe, niedrigere Preise und die Möglichkeit, die berühmten Stätten in Stille zu erleben. Wenn du bereit bist, etwas flexibler mit dem Wetter umzugehen und die Reiseziele strategisch zu wählen (große Inseln und Festland sind stabiler), dann wirst du Griechenland von seiner zugänglichsten und entspanntesten Seite kennenlernen.
Dein nächster Planungsschritt:
- Priorität festlegen: Ist Baden essenziell? Wähle September/Anfang Oktober. Willst du Wandern? Wähle Mai/Juni oder Oktober.
- Region auswählen: Für Ruhe und Natur wähle den Peloponnes oder Kreta. Für klassische Insel-Ästhetik wähle die wärmsten Kykladen, aber buche nicht später als Anfang Oktober.
- Flexibilität einplanen: Buche Fährtickets so, dass du bei einem Wetterumschwung notfalls einen Tag länger bleiben kannst.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Griechenlandreise in der Nebensaison
Ist das Meer in Griechenland im Mai schon warm genug zum Baden?
Typischerweise ist das Meer im Mai in Griechenland noch relativ frisch. Die Wassertemperaturen liegen oft zwischen 18 °C und 21 °C, was für abgehärtete Mitteleuropäer erfrischend sein kann, aber nicht unbedingt als warm empfunden wird. Warme Badetemperaturen, meist über 23 °C, sind in der Regel erst ab Mitte Juni und dann besonders im September und Oktober garantiert.
Welche griechische Insel ist im November noch empfehlenswert?
Wenn du im November noch mildes Klima und offene Infrastruktur suchst, solltest du dich auf die größten und südlichsten Inseln konzentrieren. Kreta und Rhodos bleiben am längsten belebt, da sie über eine große lokale Bevölkerung verfügen. Kleinere, stark tourismusabhängige Inseln sind zu dieser Zeit meist geschlossen.
Wie viel günstiger ist Griechenland außerhalb der Hauptsaison?
Du kannst in der Zwischensaison (Mai, Juni, September, Oktober) bei Flügen und Unterkünften leicht 20 % bis 40 % sparen im Vergleich zum August. In der tiefen Nebensaison (November bis März) können die Preise für Übernachtungen sogar um bis zu 60 % günstiger sein, besonders auf Inseln, die dann nur noch wenige Gäste empfangen.
Ist der öffentliche Nahverkehr in der Nebensaison stark eingeschränkt?
Ja, auf dem Land und auf kleineren Inseln wird der Fahrplan der lokalen Busse (KTEL) außerhalb der Saison stark reduziert. Es kann sein, dass Busse nur morgens und abends fahren. In Städten wie Athen oder Thessaloniki ist der Nahverkehr ganzjährig stabil. Für abgelegene Erkundungen in der Nebensaison ist ein Mietwagen fast unerlässlich.
Kann es im Winter in Griechenland schneien?
Absolut. Während Schnee in Küstennähe (mit Ausnahme seltener Ereignisse) oder auf den südlichen Inseln sehr unwahrscheinlich ist, kommt es in den Bergregionen des Festlandes (z.B. Epirus, Zentralgriechenland, Peloponnes-Berge) regelmäßig zu starkem Schneefall. Griechenland verfügt über mehrere Skigebiete, die im Winter geöffnet sind.
