Die Azoren – ein grünes Juwel mitten im Atlantik. Die Inselgruppe, bekannt für ihre dramatischen Vulkanlandschaften, leuchtend blauen Kraterseen und das ganzjährig milde Klima, steht auf vielen Wunschlisten. Doch gerade bei der Reiseplanung taucht oft die Frage auf: Kann man im Winter auf den Azoren reisen?
Wenn du dem grauen Mitteleuropa entfliehen und gleichzeitig die Massen meiden möchtest, klingt der Gedanke an einen Azoren-Urlaub zwischen November und März verlockend. Aber ist die Reise in der Nebensaison wirklich eine gute Idee, oder drohen dir stattdessen Dauerregen und geschlossene Attraktionen?
Dieser ausführliche Artikel von noveltr.com beleuchtet ehrlich und detailliert, was dich auf den Azoren im Winter erwartet. Wir analysieren das Klima, stellen die besten Aktivitäten vor und geben dir handfeste Planungstipps, damit du eine fundierte Entscheidung für dein nächstes Abenteuer treffen kannst.
Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und Inspiration. Er ersetzt keine offizielle Reiseberatung und keine aktuellen Hinweise von Behörden oder Reiseanbietern. Prüfe stets vor Abreise die aktuellen Reisehinweise, insbesondere in Bezug auf Fähr- und Flugverbindungen in der Nebensaison.
Die Azoren im Winter: Warum die Nebensaison reizvoll ist
Die Azoren, die neun Inseln Portugals im Atlantik, erleben keine klassischen, harten Winter, wie wir sie in Mitteleuropa kennen. Die Nähe zum Golfstrom sorgt dafür, dass die Temperaturen das ganze Jahr über moderat bleiben. Dennoch ist der Winter (typischerweise November bis März) die feuchteste und windigste Zeit des Jahres.

Trotz der erhöhten Niederschlagswahrscheinlichkeit entscheiden sich immer mehr Reisende bewusst für die Nebensaison. Der Hauptgrund liegt oft in der Suche nach Authentizität und Ruhe.
Das Klima-Dilemma: Ist der Winter wirklich mild?
Ja, der Winter auf den Azoren ist mild, aber auch launisch. Die Temperaturen sinken selten unter 10 °C, bewegen sich aber meist zwischen 13 °C und 17 °C. Im Gegensatz zu den meisten europäischen Winterzielen brauchst du hier keine dicken Daunenjacken. Das Hauptproblem ist nicht die Kälte, sondern die Feuchtigkeit.
Die Azoren sind bekannt dafür, dass sie “vier Jahreszeiten an einem Tag” bieten können. Ein sonniger Morgen kann schnell in einen starken Schauer übergehen, der wiederum von strahlendem Sonnenschein abgelöst wird. Diese ständigen Wetterwechsel sind typisch für ozeanisches Klima und erfordern Flexibilität in der Reiseplanung.
Vorteile der Azorenreise in der Nebensaison
Wer sich fragt: Kann man im Winter auf den Azoren reisen?, sollte die deutlichen Vorteile der Nebensaison (offiziell November bis März) berücksichtigen:
- Authentizität und Ruhe: Die Inseln kehren zu ihrem normalen, ruhigen Rhythmus zurück. Du triffst mehr Einheimische als Touristen. Viele beliebte Aussichtspunkte, Wanderwege und Thermen hast du fast für dich allein.
- Grün ohne Ende: Dank des häufigen Niederschlags erstrahlen die Landschaften in einem unglaublich satten, tiefen Grün. Dies ist die Zeit, in der die Natur besonders intensiv wirkt.
- Bessere Verfügbarkeit und Preise: Flüge und Unterkünfte sind in der Regel deutlich günstiger als in der Hauptsaison (Juni bis September). Auch die Mietwagenpreise fallen oft moderater aus.
- Walfangsaison-Start: Auch wenn die Hauptsaison für die großen Bartenwale im Frühjahr und Sommer liegt, beginnt die Saison für einige Arten (z.B. Pottwale) und die Sichtungshäufigkeit steigt bereits im späten Winter/Frühling wieder an.
- Thermalquellen-Erlebnis: Die Nutzung der natürlichen, heißen Thermalquellen (wie in Furnas) ist bei kühleren Außentemperaturen ein noch intensiveres und angenehmeres Erlebnis.
Klima-Check: Was dich auf den Azoren im Winter erwartet
Um realistische Erwartungen an eine Winterreise auf die Azoren zu knüpfen, ist ein genauer Blick auf die Wetterstatistik notwendig. Die Azoren liegen auf dem 38. Breitengrad – das entspricht in etwa der Höhe von Sizilien oder Nordkalifornien. Der Winter ist daher eher ein sehr kühler, aber regenreicher Frühling.
Temperaturen, Niederschlag und Wind im Detail
Die größte Insel, São Miguel (mit der Hauptstadt Ponta Delgada), dient oft als Referenzpunkt für das Wetter auf den Azoren:
Typische Klimadaten (Dezember bis Februar):
- Durchschnittliche Höchsttemperatur: 16 °C
- Durchschnittliche Tiefsttemperatur: 11 °C
- Regentage pro Monat: 15 bis 20
- Sonnenstunden pro Tag: 3 bis 4
- Meerestemperatur: 15 °C bis 17 °C (zu kalt zum entspannten Baden, aber gut für erfahrene Taucher oder Mutige)
Wichtige Erkenntnis: Die Zahl der Regentage ist hoch. Das bedeutet jedoch nicht, dass es 20 Tage lang durchregnet. Oft handelt es sich um kurze, intensive Schauer, die schnell vorüberziehen. Allerdings musst du damit rechnen, dass Wolken tief hängen und die Sicht auf Kraterseen wie Sete Cidades oder Lagoa do Fogo stark einschränken können.
Wetter auf den Inseln: Unterschiede zwischen São Miguel und Pico
Die Azoren bestehen aus neun Inseln, und das Wetter kann sich zwischen ihnen deutlich unterscheiden, insbesondere durch topografische Effekte:
- São Miguel (Grüne Insel): Die touristisch am besten erschlossene Insel. Das Wetter ist hier am ehesten vorhersehbar, aber aufgrund der Größe und der vielen Berge musst du damit rechnen, dass es im Inland (z.B. Furnas) feuchter ist als an der Küste.
- Terceira: Ähnliches Klima wie São Miguel. Hier ist der Wind oft ein stärkerer Faktor.
- Pico (Graue Insel): Berühmt für den gleichnamigen Vulkan, den höchsten Berg Portugals (2.351 m). Der Pico ist im Winter oft in Wolken gehüllt, und Schneefall auf dem Gipfel ist möglich. Die Wetterbedingungen sind hier extremer, was Wanderungen auf den Gipfel stark einschränken kann oder sie aufgrund von Eis unmöglich macht.
- Santa Maria (Sonnigere Insel): Die südöstlichste Insel ist tendenziell etwas trockener und hat mehr Sonnenstunden, aber auch hier ist der Winter von Regen geprägt.
Wenn du im Winter auf die Azoren reist, ist es ratsam, Inseln mit dem Flugzeug zu verbinden, da die Fährverbindungen zwischen den Inselgruppen aufgrund des rauen Atlantiks oft eingestellt oder unregelmäßig sind.
Aktivitäten und Erlebnisse abseits des Badetourismus
Wer im Hochsommer auf die Azoren kommt, sucht oft die Strände und das klare Wasser. Im Winter verlagert sich der Fokus jedoch klar auf das Wandern, die Thermalquellen und die kulturelle Erkundung. Das heißt: Action statt Entspannung am Meer.
Thermen und heiße Quellen: Wellness im Winter
Dies ist der unschlagbare Hauptvorteil einer Winterreise. Wenn die Außentemperatur kühl ist und leichter Nieselregen fällt, gibt es nichts Schöneres, als in den dampfenden, mineralreichen Thermalbecken zu entspannen.
Highlights für Thermalbad-Fans (São Miguel):
- Parque Terra Nostra (Furnas): Ein riesiger botanischer Garten mit einem großen, warmen, eisenhaltigen Thermalbecken (charakteristische orange Farbe). Hier kannst du stundenlang entspannen und die üppige Vegetation bewundern.
- Poça da Dona Beija (Furnas): Mehrere kleinere, abgestufte Thermalbecken, die abends beleuchtet sind. Dies ist oft die malerischere und intimere Option.
- Termas da Ferraria: Eine einzigartige Bucht, in der das Meerwasser durch vulkanische Aktivität erwärmt wird. Baden ist hier allerdings nur bei ruhiger See möglich – im Winter oft eine Herausforderung, aber ein beeindruckendes Naturschauspiel.
Wandern: Grüne Landschaften ohne Menschenmassen
Die Azoren sind ein Wanderparadies, und der Winter bietet die perfekten Temperaturen dafür: nicht zu heiß und erfrischend. Allerdings musst du mit schlammigen Wegen rechnen.
Die Wanderwege sind auch in der Nebensaison gut gepflegt und ausgeschildert. Ein klarer Vorteil ist, dass die Sonne nicht so hoch steht, was das Wandern auch mittags angenehm macht.
Wichtige Wandertipps für den Winter:
- Ausrüstung: Wasserdichte Schuhe (mit gutem Profil!), eine atmungsaktive Regenjacke und Schichten-Kleidung sind absolut notwendig.
- Sicht: Plane Wanderungen zu Aussichtspunkten (Miradouros) flexibel. Oft lohnt es sich, eine Stunde auf besseres Wetter zu warten, bevor man den Gipfel erreicht. Nutze die Webcams lokaler Tourismusämter, um die aktuelle Wolkenlage zu prüfen.
- Empfehlenswerte Routen: Die Umrundung der Kraterseen auf São Miguel (z.B. Sete Cidades) oder die Küstenpfade auf Faial bieten auch bei bewölktem Wetter dramatische Ausblicke.
Wal- und Delfinbeobachtung (Saisonale Besonderheiten)
Die Azoren sind eines der besten Whale-Watching-Ziele weltweit. Im Winter ist das Meer rauer, was die Touren schwieriger und weniger komfortabel macht, aber die Möglichkeit zur Sichtung besteht weiterhin.
Die stationären Arten, wie die Großen Tümmler und die beeindruckenden Pottwale (Orcas), sind das ganze Jahr über anzutreffen. Die großen Bartenwale (wie Blauwale), die auf ihrer Migration vorbeiziehen, sind ab Ende Februar/März wahrscheinlicher zu sehen, wobei die Hauptsaison klar im Frühling liegt.
Beachte: Viele Anbieter führen im tiefsten Winter (Dezember/Januar) weniger Touren durch oder sind stark wetterabhängig. Buche erst kurzfristig, wenn die Wettervorhersage Seegang zulässt.
Kulturelle Erlebnisse und Städtebesuche
Wenn das Wetter wirklich einmal nicht mitspielen will, bieten die Städte auf den Azoren genügend Abwechslung. Im Gegensatz zu reinen Sommerzielen bleiben Museen, Restaurants und die meisten Geschäfte geöffnet, da sie primär die lokale Bevölkerung versorgen.
- Ponta Delgada (São Miguel): Besuche das Forte de São Brás, schlendere durch die Portas da Cidade und erkunde die vielfältige lokale Küche in den Markthallen.
- Angra do Heroísmo (Terceira): Die UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt mit ihren bunten Häusern und historischen Festungen ist perfekt für einen Regentag.
- Teeplantagen: Besuche die Teeplantagen Gorreana oder Porto Formoso auf São Miguel. Die Produktionsstätten sind auch im Winter in Betrieb, und du kannst dich bei einer Tasse Tee aufwärmen.
Deine Winterreise planen: Praktische Tipps und Kosten
Die Planung einer Reise in der Nebensaison erfordert etwas andere Überlegungen als die Organisation eines Sommerurlaubs.
Flugverbindungen und Mobilität vor Ort
Direktflüge aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz sind im Winter oft reduziert oder existieren gar nicht. Du wirst wahrscheinlich über Lissabon oder Porto fliegen müssen (oft mit Azores Airlines/SATA oder TAP Portugal).
Inter-Insel-Verkehr:
- Flüge (SATA Air Açores): Die sicherste und schnellste Art, zwischen den Inseln zu wechseln, insbesondere zwischen den Hauptinseln (São Miguel, Terceira, Faial, Pico). Buchungen sind im Winter meist unproblematisch.
- Fähren (Atlânticoline): Die Fahrpläne sind im Winter stark eingeschränkt. Die Hochgeschwindigkeitsfähren zwischen den zentralen und westlichen Inselgruppen verkehren oft nur in den Sommermonaten. Wenn sie verkehren, musst du mit Verspätungen oder Ausfällen aufgrund von starkem Seegang rechnen. Für die Planung deiner Reiseroute ist es sicherer, Fährverbindungen im Winter zu meiden, es sei denn, du planst nur Besuche zwischen Pico, Faial und São Jorge.
Mietwagen: Ein Mietwagen ist auf den Azoren unerlässlich, um die abgelegenen Naturwunder zu erreichen. Im Winter sind sie günstiger, aber es ist ratsam, einen Wagen mit Allradantrieb oder zumindest guter Bodenfreiheit zu buchen, falls du auf matschigen Nebenstraßen unterwegs bist.
Budgetplanung: Wie viel kostet die Azorenreise im Winter?
Die Azoren sind generell ein Ziel im mittleren Preissegment. Der Winter bietet jedoch erhebliche Einsparungen.
Kostenvergleich (pro Tag, pro Person, ohne Flüge):
- Hauptsaison (Juli/August): 130 € – 200 €
- Nebensaison (Dezember/Januar): 80 € – 130 €
Sparpotential im Detail:
- Unterkunft: Hotels und Ferienwohnungen bieten oft 30 % bis 50 % Rabatt auf die Sommerpreise.
- Aktivitäten: Die Eintrittspreise für die Thermen sind fix, aber organisierte Touren (z.B. Canyoning oder Kajakfahren) sind weniger gefragt, was manchmal zu besseren Deals führen kann.
- Verpflegung: Die Lebensmittelpreise bleiben konstant, aber die lokalen Restaurants, die nicht primär auf Touristen ausgerichtet sind, bieten oft hervorragende Tagesmenüs zu fairen Preisen.
Die beste Inselwahl für deinen Winterurlaub
Da die Zeit im Winter durch Wetterverzögerungen eingeschränkt sein kann, ist es ratsam, sich auf maximal zwei bis drei Inseln zu beschränken. Die Ostgruppe ist im Winter am einfachsten zu bereisen:
1. São Miguel (Der Klassiker):
Die beste Wahl für Erstbesucher im Winter. Hier findest du die meisten Thermalquellen, die größte Auswahl an Unterkünften und Restaurants, die größte Flexibilität bei der Wetterumgehung und die meisten kulturellen Angebote (Museen, Kirchen). São Miguel dient als stabiler Ankerpunkt.
2. Terceira (Kultur und Höhlen):
Eine hervorragende Ergänzung für eine Woche. Terceira bietet die historische UNESCO-Stadt Angra do Heroísmo und beeindruckende Höhlen (Algar do Carvão), die perfekte Schlechtwetter-Alternativen darstellen.
3. Pico / Faial (Für die Abenteuerlustigen):
Diese Inseln der Zentralgruppe sind wunderschön, aber wettertechnisch im Winter oft exponierter. Der Aufstieg auf den Pico-Gipfel ist nur für sehr erfahrene Bergsteiger mit der richtigen Ausrüstung und Genehmigung ratsam. Sie eignen sich besser für längere Aufenthalte, bei denen du Zeit hast, auf Wetterfenster zu warten.
Herausforderungen und was du beachten musst
Eine Reise auf die Azoren im Winter ist wunderschön, aber sie kommt mit spezifischen Herausforderungen, die du kennen solltest, um Frustrationen zu vermeiden.
Flexibilität ist der Schlüssel: Umgang mit Schlechtwetter
Die wichtigste Regel auf den Azoren im Winter lautet: Sei flexibel! Plane deine Tage nicht zu straff. Es ist frustrierend, einen langen Weg zu einem Aussichtspunkt zurückzulegen, nur um festzustellen, dass die Wolken die Sicht komplett versperren.
- Wetter-Strategie: Reserviere die Top-Highlights (wie Sete Cidades) für den Tag mit der besten Vorhersage. Nutze Nebeltage für Museen, Höhlenbesuche oder Thermalquellen.
- Verkehr: Im Falle von Stürmen oder extremem Regen können einige Bergstraßen temporär geschlossen sein. Halte dich an die Hinweise der lokalen Behörden.
Packliste für den azorischen Winter
Vergiss den dicken Wollpullover; packe stattdessen Schichten und Wasserdichtes:
- Wasserdichte Oberbekleidung: Eine gute, wind- und wasserdichte Jacke ist unverzichtbar.
- Wanderschuhe: Hochwertige, wasserdichte Wanderschuhe. Gummistiefel sind zwar bei Einheimischen beliebt, aber für längere Wanderungen unpraktisch.
- Schnelltrocknende Kleidung: Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit trocknet Kleidung sehr langsam. Synthetik- oder Merinowolle sind besser als Baumwolle.
- Badekleidung und dunkles Handtuch: Auch im Winter brauchst du Badesachen für die Thermalquellen. Das eisenhaltige Wasser kann helle Kleidung verfärben – nimm alte oder dunkle Handtücher mit!
Sicherheit und lokale Besonderheiten
Die Azoren gelten als sehr sicheres Reiseziel. Die Kriminalitätsrate ist extrem niedrig. Dennoch gibt es einige winterliche Besonderheiten im Bereich Sicherheit:
Straßenverkehr: Die Straßen sind oft steil, kurvig und können bei Regen sehr rutschig sein. Fahre vorsichtig, besonders in Bergregionen, wo plötzlich Nebelbänke auftauchen können.
Wandern: Melde dich bei anspruchsvollen Wanderungen (besonders auf den Pico oder an exponierten Küstenpfaden) immer bei deiner Unterkunft ab und informiere dich über die aktuellen Bedingungen. Wind kann an manchen Küstenabschnitten extrem gefährlich werden.
Lokale Esskultur (Cozido das Furnas): Probiere unbedingt den berühmten Cozido das Furnas (Fleisch- und Gemüseeintopf), der in den heißen, vulkanischen Böden gegart wird. Das ist ein wärmendes, traditionelles Wintergericht.
Dein Winter-Reiseszenario: 10 Tage auf São Miguel
Um dir zu zeigen, wie eine effektive Winterreise aussehen kann, hier ein Beispiel für eine 10-tägige Reise, die Flexibilität und die winterlichen Highlights optimal nutzt:
Tag 1–2: Ankunft und Ponta Delgada
Ankunft in Ponta Delgada (São Miguel). Erkunde die Hauptstadt, besuche die Kirchen und den Markt. Nutze Schlechtwetter für das Museum Carlos Machado. Fahre abends in die Poça da Dona Beija zum Entspannen.
Tag 3–5: Der Osten – Furnas und die heißen Quellen
Base-Camp in Furnas. Besuche den Parque Terra Nostra. Nutze einen klaren Vormittag für die Wanderung um den Furnas-See und probiere den Cozido. Besichtige die Teeplantagen Gorreana, wo du dem Regen entgehen kannst.
Tag 6–7: Der Westen – Sete Cidades und Küste
Fahre in den Westen. Halte Ausschau nach dem besten Wetterfenster, um den Aussichtspunkt Vista do Rei am Sete Cidades Krater zu besuchen. Fahre anschließend an die Westküste, um die Termas da Ferraria zu prüfen (nur bei ruhiger See!). Alternativ: Besuche die Ananas-Plantagen, die in Gewächshäusern liegen.
Tag 8–9: Zentral und Nordküste
Erkunde Lagoa do Fogo (wieder wetterabhängig) oder wandere entlang der Nordküste. Besuche die kleinen, traditionellen Dörfer der Insel und die Wasserfälle, die im Winter durch den Regen besonders viel Wasser führen.
Tag 10: Abreise
Je nach Flugplan kannst du noch Souvenirs in Ponta Delgada kaufen oder einen letzten Besuch in der Therme einlegen.
Fazit: Lohnt sich die Azorenreise im Winter?
Die Antwort auf die Frage „Kann man im Winter auf den Azoren reisen?“ ist ein klares Ja – aber mit der richtigen Einstellung und Planung. Der Winter ist nicht die beste Reisezeit für Strandliebhaber oder garantierte Sonne, aber er ist die beste Reisezeit für Abenteurer, Thermalquellen-Fans und Reisende, die Ruhe suchen.
Du musst bereit sein, die Launen des ozeanischen Klimas zu akzeptieren und deine Pläne flexibel anzupassen. Im Gegenzug erlebst du die Azoren in ihrer ursprünglichsten Form: sattgrün, mystisch, von Nebel umhüllt und nahezu menschenleer.
Drei sofort umsetzbare Tipps für deine Winterplanung:
- Fokus auf São Miguel: Beschränke dich auf São Miguel, wenn du weniger als 10 Tage Zeit hast, um Wetterverzögerungen und Transportprobleme zu minimieren.
- Miete einen guten Wagen: Investiere in einen zuverlässigen Mietwagen mit guter Bereifung, um sicher auf den regennassen Bergstraßen unterwegs zu sein.
- Packe wasserdicht: Die wichtigste Kleidung ist eine hochwertige, wasserdichte und winddichte Jacke.
Wenn du die Ruhe der Nebensaison, moderate Temperaturen (kein Frost!) und die einzigartige Kombination aus Wellness und rauher Natur schätzt, wirst du die Azoren im Winter lieben.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Winterreise auf die Azoren
Wie kalt wird es auf den Azoren im Winter?
Die Azoren sind dank des Golfstroms frostfrei. Die Temperaturen liegen im Winter (Dezember bis Februar) typischerweise zwischen minimal 10 °C und maximal 17 °C. Obwohl es sich also mild anfühlt, sorgt die hohe Luftfeuchtigkeit dafür, dass es sich subjektiv kühler anfühlt, besonders an windigen Tagen.
Regnet es im Winter ständig auf den Azoren?
Nein, aber es regnet häufiger als im Sommer. Im Durchschnitt gibt es 15 bis 20 Regentage pro Monat. Der Niederschlag kommt oft in Form von intensiven, kurzen Schauern, die schnell wieder aufklaren. Die Gefahr von langanhaltendem Nieselregen und tief hängenden Wolken ist jedoch höher als in der Hochsaison.
Welche Insel ist für eine Winterreise am besten geeignet?
Die Insel São Miguel ist die beste Wahl für Winterreisende. Sie bietet die größte Infrastruktur, die meisten Schlechtwetter-Alternativen (Thermalquellen, Museen) und ist am einfachsten per Flugzeug zu erreichen. Terceira ist eine gute Alternative für Kulturliebhaber.
Sind die Thermalquellen im Winter geöffnet?
Ja, die meisten Thermalquellen und Thermalbäder (wie Poça da Dona Beija oder Parque Terra Nostra in Furnas) sind ganzjährig geöffnet. Im Winter ist der Besuch besonders angenehm, da der Temperaturkontrast zwischen den heißen Quellen und der kühleren Außenluft sehr reizvoll ist.
Sind Walbeobachtungstouren im Winter möglich?
Ja, Walbeobachtung ist das ganze Jahr über möglich, da die stationären Pottwale immer in den Gewässern der Azoren anzutreffen sind. Die Touren können jedoch aufgrund des raueren Seegangs häufiger abgesagt werden. Die besten Chancen auf die großen migrierenden Wale (Bartenwale) bestehen im späten Winter und Frühling (März/April).
Brauche ich im Winter auf den Azoren spezielle Kleidung?
Ja, die sogenannte “Zwiebeltechnik” ist essenziell. Du solltest vor allem in wind- und wasserdichte Oberbekleidung investieren, sowie in wasserdichte Wanderschuhe. Funktionskleidung ist besser geeignet als Baumwolle, da die Feuchtigkeit hoch ist und Kleidung lange zum Trocknen braucht.
