Die Vorstellung ist verlockend: Du stehst an einem atemberaubenden Ort in Europa, ohne dich durch Menschenmassen kämpfen zu müssen. Keine endlosen Schlangen vor historischen Stätten, keine überfüllten Strände, auf denen Handtuch an Handtuch liegt. Stattdessen erlebst du die lokale Kultur, triffst auf gastfreundliche Einheimische und genießt die Ruhe, die Reisen so erholsam macht.
Vielleicht kennst du das auch: Die großen, bekannten Reiseziele Europas sind wunderschön, aber ihre Popularität hat ihren Preis. Venedig, Barcelona, die griechischen Inseln – sie alle ächzen unter dem sogenannten Overtourism. Aber Europa ist riesig und steckt voller Regionen, die noch immer auf ihre Entdeckung warten. Die Frage, wo es in Europa noch nicht überlaufen ist, wird immer wichtiger für Reisende, die Authentizität und Ruhe suchen.
Dieser Artikel dient dir als fundierte Inspiration und Planungshilfe. Wir stellen dir sieben europäische Destinationen vor, die touristisch noch nicht an ihrer Kapazitätsgrenze sind, und geben dir konkrete Tipps, wann und wie du diese Orte am besten erkundest. Wir beleuchten Klima, Kosten und die besten Aktivitäten, damit du eine Reiseentscheidung triffst, die perfekt zu deinem Stil passt.
Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und Inspiration. Er ersetzt keine offizielle Reiseberatung und keine aktuellen Hinweise von Behörden oder Reiseanbietern. Bitte informiere dich stets über aktuelle Reisehinweise, Einreisebestimmungen und die Sicherheitslage (z. B. beim Auswärtigen Amt).
Die Sehnsucht nach dem Echten: Wie wir unentdeckte Orte finden
Bevor wir uns den konkreten Reisezielen widmen, ist es wichtig, den Begriff „überlaufen“ zu definieren. Ein Ort gilt touristisch als überlaufen, wenn die Infrastruktur, die Umwelt oder die Lebensqualität der Einheimischen durch die schiere Menge an Besuchern negativ beeinflusst wird. Dies geschieht typischerweise in den Sommermonaten an Hotspots, die durch Kreuzfahrtschiffe oder Billigflüge leicht erreichbar sind.

Was Überlaufenheit wirklich bedeutet
Wir suchen nicht zwingend nach Orten, die völlig touristenfrei sind – denn ohne touristische Infrastruktur wird die Reise schnell kompliziert. Wir suchen nach Destinationen, in denen das Verhältnis zwischen Reisenden und lokaler Bevölkerung noch gesund ist. Dies führt oft zu geringeren Preisen, einer entspannteren Atmosphäre und einer authentischeren Erfahrung.
Die Kriterien, die wir für die Auswahl unserer „noch nicht überlaufenen“ Ziele angelegt haben, sind:
- Niedrigere Besucherzahlen: Im Vergleich zu West- und Südeuropa (Spanien, Italien, Frankreich).
- Schwerpunkt auf Natur und Kultur: Regionen, in denen nicht nur ein einziger Hotspot im Mittelpunkt steht.
- Verfügbarkeit der Nebensaison: Viele dieser Ziele sind selbst in der Hochsaison moderat und in der Nebensaison beinahe leer.
- Gute Infrastruktur: Orte, die sicher und mit gutem Straßennetz oder öffentlichen Verkehrsmitteln ausgestattet sind, aber keine Massenabfertigung bieten.
Kriterien für die Auswahl deiner idealen, ruhigen Reisezeit
Die beste Strategie, um touristische Engpässe zu vermeiden, ist die Wahl des richtigen Zeitpunkts. Für fast alle europäischen Länder gilt: Meide die Hauptferienzeiten (Mitte Juli bis Ende August) sowie Feiertagsbrücken.
- Frühling (April bis Juni): Ideal für Städtetrips, Wanderungen und kulturelle Entdeckungen, bevor die große Hitze einsetzt.
- Herbst (September bis Mitte Oktober): Oft die goldene Reisezeit. Die Temperaturen sind mild, das Meer ist noch warm genug zum Baden (im Süden), aber die meisten Familienurlauber sind abgereist.
- Winter (November bis März): Perfekt für den Norden und für spezielle Winteraktivitäten. Städte sind dann fast ausschließlich von Einheimischen bevölkert.
Südosteuropa: Die Stillen Ecken der Balkanhalbinsel
Der Balkan entwickelt sich schnell, aber viele seiner Länder bieten fernab der Adriaküste (Kroatien, südliches Griechenland) noch unberührte Natur, atemberaubende Gebirge und eine faszinierende Mischung aus osmanischer, slawischer und römischer Geschichte. Hier findest du die besten Antworten auf die Frage, wo es in Europa noch nicht überlaufen ist.
Albanien: Die „Europäischen Malediven“ mit Bergcharme
Albanien hat in den letzten Jahren enorm an Bekanntheit gewonnen. Die Küste rund um Ksamil wird im Hochsommer belebt, doch das Land bietet weitaus mehr und ist insgesamt immer noch deutlich weniger überlaufen als sein Nachbar Griechenland.
Was sollte man in Albanien unbedingt sehen?
- Albanische Alpen (Prokletije): Die „Verfluchten Berge“ sind ein Paradies für Wanderer. Spektakuläre Routen wie der Theth-Valbona-Trail bieten unberührte Natur und urige Bergdörfer.
- Gjirokastra und Berat: Die UNESCO-gelisteten „Städte der tausend Fenster“ sind beeindruckende Beispiele osmanischer Architektur. Ideal für Kulturliebhaber.
- Südküste (außerhalb August): Neben den beliebten Stränden findest du in Dhermi oder Himara noch ruhigere Abschnitte.
Klima und beste Reisezeit für Albanien
Die Küstenregionen Albaniens erleben heiße, trockene Sommer. Für Aktivurlauber und Entdecker ist der späte Frühling (Mai, Juni) oder der frühe Herbst (September, Oktober) ideal. In diesen Monaten sind die Temperaturen angenehm (20 °C bis 25 °C), und die Preise fallen deutlich nach der Hauptsaison ab.
Nordmazedonien: Seen, Berge und reiche Geschichte
Nordmazedonien, ein Binnenstaat, hat keinen Massentourismus. Es zieht vor allem Liebhaber von Kultur, gutem Essen und großartigen Seenlandschaften an. Die Infrastruktur ist einfach, aber verlässlich, und die Preise sind im europäischen Vergleich sehr günstig.
Highlights in Nordmazedonien
Der Ohridsee ist das Herzstück des Landes, eine UNESCO-Welterbestätte, die zu den ältesten und tiefsten Seen Europas zählt. Während die Stadt Ohrid im Sommer viele Besucher anzieht, verteilen sich die Reisenden schnell entlang des Sees und in der weitläufigen Bergregion.
- Ohridsee: Entdecke kleine, historische Kirchen am Seeufer (z. B. Sveti Jovan Kaneo) oder mache eine Bootsfahrt.
- Skopje: Die Hauptstadt ist ein architektonischer Mix aus osmanischer Tradition und moderner, oft umstrittener Neugestaltung.
- Matka Canyon: Nur eine kurze Fahrt von Skopje entfernt, ideal zum Kajakfahren oder Wandern.
Wie plane ich meine Reise nach Nordmazedonien?
Eine Woche genügt, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abzudecken. Da Nordmazedonien relativ klein ist, bietet sich eine Rundreise mit dem Mietwagen an. Plane deine Reise idealerweise im September. Dann sind die Badetemperaturen im Ohridsee noch sehr angenehm, aber die Hochsaison ist vorbei.
Bosnien und Herzegowina: Brücken zwischen Kulturen
Bosnien und Herzegowina (BiH) ist ein Land mit einer tief bewegenden Geschichte und spektakulären Naturlandschaften, insbesondere in den Dinarischen Alpen. Es wird von den meisten Reisenden, die nach Kroatien fahren, übersehen.
Was darfst du nicht verpassen? Sarajevo, die Hauptstadt, ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Die berühmte „Stari Most“ (Alte Brücke) in Mostar ist zwar ein touristischer Anziehungspunkt, aber die Altstadt und die umliegenden Wasserfälle (z. B. Kravica) bieten auch in der Hochsaison noch Platz zur Entspannung.
Der Norden: Unendliche Weiten und skandinavische Gelassenheit
Wenn du bereit bist, wärmere Badetemperaturen gegen dramatische Landschaften, unendliche Ruhe und die Mitternachtssonne einzutauschen, bietet Nordeuropa Gebiete, die fast unberührt sind. Hier ist die Bevölkerung dünn, und die Reisenden verteilen sich über weite Strecken.
Finnisch-Lappland (außerhalb der Weihnachtszeit)
Lappland ist während der Weihnachtszeit aufgrund des Weihnachtsmannes in Rovaniemi unglaublich populär. Den Rest des Jahres jedoch bietet es die perfekte Kulisse für Reisende, die absolute Ruhe und unberührte Wildnis suchen.
Wann ist die beste Zeit für Finnisch-Lappland?
Die beste Reisezeit ist der Sommer (Juli/August) oder der sogenannte „Ruska“ (Ende August bis September), wenn die Wälder in leuchtenden Herbstfarben erstrahlen. Dann kannst du die Mitternachtssonne erleben, Wanderungen durch Nationalparks unternehmen und die faszinierende Kultur der Sami kennenlernen. Die Anzahl der Touristen ist gering, und die gesamte Region fühlt sich unglaublich weitläufig an.
- Aktivitäten: Kanufahren, Angeln, Wandern (z.B. im Pallas-Yllästunturi-Nationalpark).
- Vorteil: Trotz der Abgeschiedenheit ist die finnische Infrastruktur (Straßen, Unterkünfte) erstklassig.
- Budget: Im Vergleich zu Südosteuropa ist Finnland teuer, aber die Ruhe und die einzigartige Naturerfahrung sind es wert.
Die Färöer-Inseln: Spektakuläre Natur für Kenner
Geografisch gehören die Färöer-Inseln (Färöer, Dänemark) zu Europa, auch wenn sie weit im Nordatlantik liegen. Sie sind ein Nischenziel für Naturliebhaber, Fotografen und Wanderer. Der Tourismus wächst zwar, aber die raue Zugänglichkeit und die oft wechselhaften Wetterbedingungen verhindern einen Massenansturm.
Was macht die Färöer so besonders?
Dramatische Klippen, grüne Hänge und Tausende von Schafen prägen das Bild. Die Inseln sind ideal, um von der Hektik des Alltags abzuschalten. Die bekanntesten Spots (wie der Wasserfall Múlafossur) sind leicht zugänglich, aber sobald du dich auf eine der zahlreichen Wanderungen begibst, bist du oft allein.
Planung und Klima
Die Sommer (Juni bis August) sind die beste Zeit für milde Temperaturen (typischerweise 10 °C bis 15 °C). Du solltest dich jedoch auf häufige Regenschauer und Wind einstellen. Die beste Fortbewegung ist der Mietwagen, da die Inseln über Brücken und Tunnel gut verbunden sind.
Mittel- und Westeuropa: Alternativen zu den Hotspots
Auch in geografisch zentralen Teilen Europas gibt es Regionen, die vom Massentourismus verschont bleiben. Dies sind oft Länder, die im Schatten ihrer berühmteren Nachbarn stehen.
Slowenien: Grün, klein und vielfältig
Slowenien wird oft als „Kroatiens kleiner Bruder“ übersehen, dabei bietet es auf kleiner Fläche (ungefähr die Größe Hessens) alles: Alpen, eine kurze, aber wunderschöne Adriaküste, charmante Städte und den Nationalpark Triglav.
Slowenien abseits des Trubels
Der Bleder See und die Hauptstadt Ljubljana ziehen Touristen an, sind aber außerhalb der Hauptsaison (Juli/August) sehr angenehm. Doch die echten unberührten Ecken findest du in den weniger bekannten Tälern und Gebirgen:
- Soča-Tal: Türkisfarbenes Wasser, ideal für Wildwasser-Rafting, Wandern und Ruhe.
- Prekmurje und Goriška Brda: Weinregionen im Osten und Westen, die noch immer auf den Slowenen-Tourismus fokussiert sind und internationale Reisende nur vereinzelt sehen.
- Höhlen von Škocjan: Oft weniger überlaufen als die berühmten Postojna-Höhlen, aber landschaftlich genauso beeindruckend.
Tipp für Reisende aus DACH: Slowenien ist aufgrund seiner geografischen Lage (Österreich, Italien, Ungarn) ideal für einen Roadtrip oder eine Anreise mit der Bahn.
Asturien (Spanien): Das Grüne Spanien
Spanien ist der Inbegriff des überlaufenen Reiseziels – wenn man an die Costa del Sol, die Balearen oder Barcelona denkt. Aber Spanien ist vielfältig. Die nördliche Atlantikküste, bekannt als „Grünes Spanien“ (Asturien, Kantabrien, Galicien), bietet eine völlig andere Reiseerfahrung.
Warum Asturien wählen?
Asturien ist geprägt von schroffen Küsten, grünen Hügeln und den Picos de Europa, einem beeindruckenden Gebirgszug. Die Strände (z. B. Playa del Silencio) sind oft leerer und die Küstenstädte (z. B. Gijón, Oviedo) bieten authentisches spanisches Leben ohne die touristische Hektik des Südens.
- Picos de Europa Nationalpark: Fantastische Wanderwege und Bergaussichten.
- Kulinarik: Asturien ist bekannt für seine Käsesorten und den Cidre (Apfelwein), der traditionell in hohem Bogen eingegossen wird.
- Beste Reisezeit: Die Sommer sind kühler und feuchter als im Süden, aber Juli und August bieten die stabilste Wetterlage. Wenn du die Ruhe suchst, fahre im Juni oder September, auch wenn das Meer dann kühler ist.
Praktische Planung: Wann und Wie reise ich am besten?
Selbst wenn du dich für eines dieser „noch nicht überlaufenen“ Ziele entscheidest, ist die Planung entscheidend, um die Ruhe wirklich genießen zu können. Hier sind einige Tipps, die dir helfen, deine Reise reibungslos zu gestalten und Menschenmassen maximal zu vermeiden.
Die Macht der Nebensaison nutzen
Die Nebensaison ist der Schlüssel zum ungestörten Reisen. Sie erstreckt sich typischerweise von Mitte April bis Anfang Juni und von September bis Oktober. Dies bringt nicht nur weniger Touristen, sondern auch spürbare finanzielle Vorteile mit sich.
- Kostenersparnis: Flüge und Unterkünfte können 20 % bis 40 % günstiger sein als in der Hochsaison.
- Lokale Interaktion: Gastronomen und Ladenbesitzer sind entspannter und nehmen sich mehr Zeit für Gespräche.
- Wettervorteil: Gerade für den Balkan (Albanien, BiH) sind die Temperaturen im Herbst ideal für Besichtigungen und Wanderungen, da die Sommerhitze oft erdrückend ist.
Fortbewegung: Roadtrip oder Zugabenteuer?
In vielen weniger überlaufenen Regionen ist der öffentliche Nahverkehr weniger dicht getaktet als in Westeuropa. Um abgelegene Naturparks und kleine Dörfer zu erreichen, ist Flexibilität essenziell.
Mietwagen – Die beste Option für den Balkan und Asturien
Ein Mietwagen bietet dir die Freiheit, die beliebten Küstenstraßen zu verlassen und in das ruhige Hinterland vorzudringen. Achte in Ländern wie Albanien oder Bosnien auf die Straßenqualität. In der Regel sind die Hauptstrecken gut, aber kleine Bergstraßen können herausfordernd sein. Reserviere Mietwagen frühzeitig, insbesondere wenn du einen Grenzübertritt (z.B. von Kroatien nach BiH) planst und die nötigen Versicherungsdokumente benötigst.
Zugreisen – Entspannung in Finnland und Slowenien
Gerade in Slowenien und Finnland sind Zugreisen eine entspannte Alternative. Die Streckenführung ist oft landschaftlich reizvoll. In Slowenien kannst du leicht zwischen Ljubljana, Bled und der Küste wechseln. Für Nordmazedonien und die Färöer-Inseln ist die Zugverbindung hingegen kaum eine Option.
Budget & Kostenübersicht
Die Kosten variieren stark zwischen Nord- und Südosteuropa. Während die skandinavischen Ziele (Färöer, Finnland) preislich auf dem Niveau der DACH-Länder oder darüber liegen, sind die Balkanstaaten exzellente Ziele für preisbewusste Reisende.
| Reiseziel | Durchschnittliches Preisniveau | Tägliches Budget (ohne Flüge, Mittelklasse) | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Albanien, Nordmazedonien, BiH | Niedrig | 40 € – 60 € | Backpacking, Preisbewusste Kulturreisende |
| Slowenien, Asturien (Spanien) | Mittel | 70 € – 100 € | Roadtrips, Natur- & Aktivurlaub |
| Färöer, Finnisch-Lappland | Hoch | 120 € – 180 € | Nischenziele, Ruhe & Wildnis |
Währungstipp: Während Slowenien und Finnland den Euro nutzen, verwendest du in Nordmazedonien den Denar (MKD) und in Albanien den Lek (ALL). Achte darauf, dass du in ländlichen Regionen oft nur bar bezahlen kannst.
Beispielrouten: Dein Weg zur ungestörten Europa-Reise
Um dir die Planung zu erleichtern, hier zwei konkrete Szenarien für eine zweiwöchige Reise zu Zielen, wo es in Europa noch nicht überlaufen ist.
Szenario A: Balkan-Kultur-Roadtrip (14 Tage)
Dieses Szenario kombiniert drei Länder, die kulturell eng verwandt sind, aber jeweils eigene Natur- und Stadterlebnisse bieten. Ideale Reisezeit: Mai/Juni oder September/Oktober.
- Tag 1–4: Bosnien und Herzegowina: Ankunft in Sarajevo, Erkundung der Altstadt (Baščaršija), Besuch von Mostar und den Kravica-Wasserfällen.
- Tag 5–7: Montenegro (Nord): Fokus auf den Durmitor-Nationalpark und die Tara-Schlucht (meide die überlaufene Küste Montenegros).
- Tag 8–14: Albanien: Fahrt über Shkodër zu den albanischen Alpen (Theth/Valbona, 2–3 Tage Wandern) und Ausklang an der Südküste (Himara) oder mit einem Kulturstopp in Berat.
Fokus: Abenteuer, Geschichte, Wandern. Planungshinweis: Grenzübertritte mit dem Mietwagen müssen vorab angemeldet werden.
Szenario B: Stille im Norden (10 Tage)
Ideal für alle, die weite Landschaften, klare Luft und absolute Stille suchen. Ideale Reisezeit: Juli/Anfang August (Mitternachtssonne).
- Tag 1–3: Helsinki (Finnland): Ankunft und Erkundung der entspannten finnischen Hauptstadt und des Schärengartens.
- Tag 4–6: Flug/Zug nach Rovaniemi (Lappland): Miete eines Campers oder einer Hütte (Mökki). Wanderungen in der Umgebung oder Kanutouren auf einem der Tausend Seen.
- Tag 7–10: Nord-Lappland (Inari/Utsjoki): Tieferes Eintauchen in die Sami-Kultur und Genießen der arktischen Wildnis, fernab jeglicher städtischer Hektik.
Fokus: Natur, Erholung, einzigartige Sommererlebnisse. Planungshinweis: Unterkünfte sind in Lappland weit verstreut; Selbstversorgung (Kochen) ist oft die beste Budget-Option.
Sicherheit und Verantwortungsvolles Reisen
Gerade weil diese Ziele noch nicht vom Massentourismus geprägt sind, ist es unsere Verantwortung, als Reisende respektvoll und nachhaltig aufzutreten. Dies dient dem langfristigen Erhalt dieser unberührten Orte.
Verhaltensregeln für „unentdeckte“ Regionen
- Kultureller Respekt: Informiere dich über lokale Bräuche, insbesondere im Hinblick auf Religion (z. B. Besichtigung von Moscheen oder orthodoxen Kirchen im Balkan) und Kleiderordnung.
- Lokale Wirtschaft unterstützen: Kaufe lieber in kleinen, lokalen Läden oder auf Märkten ein, statt große Ketten zu bevorzugen. Wähle inhabergeführte Unterkünfte.
- Umweltschutz: Gerade in den unberührten Naturparks (Picos de Europa, Prokletije) hinterlasse keinen Müll. Folge dem Prinzip „Leave No Trace“.
- Sprache: Auch wenn Englisch oft funktioniert, werden Grundkenntnisse der lokalen Sprache (z. B. Slowenisch, Asturisch, Albanisch) von den Einheimischen sehr geschätzt.
Reisesicherheit
Die vorgestellten Regionen gelten allgemein als sicher. Trotzdem gelten die üblichen Hinweise:
- Auswärtiges Amt prüfen: Informiere dich vor Abreise über aktuelle Reisewarnungen und spezifische Sicherheitshinweise.
- Straßenverkehr: Besonders im Balkan kann der Fahrstil aggressiver sein und die Straßenqualität variieren. Fahre defensiv und vermeide Nachtfahrten auf unbekannten Strecken.
- Versicherung: Eine Reisekrankenversicherung, die auch für die Balkanstaaten gültig ist, sollte Standard sein.
Fazit: Dein Plan für die nächste große Entdeckung
Die Suche nach Zielen, wo es in Europa noch nicht überlaufen ist, führt uns weg von den bekannten Pfaden, hin zu echten, oft raueren, aber stets lohnenden Erfahrungen. Europa ist weit mehr als seine berühmtesten Hauptstädte und Strände. Es sind oft die Länder und Regionen, die sich im Wandel befinden oder die geografisch abseits der großen Transitrouten liegen, die das authentischste Reisegefühl vermitteln.
Für wen eignen sich diese Ziele besonders?
- Aktivurlauber & Wanderer: Die Alpen Albaniens, die Picos de Europa und die finnische Wildnis sind ideal.
- Kulturliebhaber & Budget-Reisende: Albanien, Nordmazedonien und Bosnien und Herzegowina bieten Geschichte und Gastfreundschaft zu sehr fairen Preisen.
- Ruhesuchende & Naturliebhaber: Die Färöer-Inseln und Slowenien garantieren spektakuläre, ungestörte Naturerlebnisse.
Wenn du das Gefühl des Überlaufen-Seins vermeiden möchtest, solltest du zwei Dinge tun: Erstens, wähle bewusst eines der genannten Ziele. Zweitens, plane deine Reise in der Nebensaison (Frühling oder Herbst) und konzentriere dich auf die weniger zentralen Regionen innerhalb dieser Länder. So verwandelst du deine Sehnsucht nach Authentizität in einen unvergesslichen und entspannten Urlaub.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wie finde ich abseits der genannten Ziele weitere Regionen, die nicht überlaufen sind?
Konzentriere dich auf Regionen, die keine direkten internationalen Flughäfen mit Billigfliegern bedienen, oder auf Binnenregionen, die nicht direkt am Meer liegen (z. B. Zentralpolen, die Auvergne in Frankreich oder Ostdeutschland). Suche zudem immer außerhalb der Hauptsaison und Feiertage.
Welches dieser Länder ist am besten für einen Badeurlaub geeignet, wenn ich Ruhe suche?
Wenn du einen Badeurlaub planst, aber Menschenmassen vermeiden willst, ist die albanische Küste außerhalb des Hochsommers (Juni oder September) eine sehr gute Wahl. Alternativ bietet auch Slowenien einen sehr kurzen, aber meist ruhigeren Küstenabschnitt.
Sind Reisen in die Balkanstaaten sicher?
Ja, Länder wie Albanien, Nordmazedonien und Bosnien und Herzegowina gelten als sicher und gastfreundlich. Wie überall solltest du dich vor Taschendiebstahl in Großstädten in Acht nehmen. Informiere dich zusätzlich immer über die aktuellen Reisehinweise des Auswärtigen Amtes.
Wie lange sollte ich für einen Roadtrip durch den Balkan einplanen, um nicht überlaufen zu werden?
Für eine fundierte Reise, die Kultur und Natur angemessen würdigt und genügend Zeit bietet, um in ruhige Gebiete vorzudringen, solltest du mindestens 10 bis 14 Tage einplanen. Dies erlaubt dir, dich von den bekannten Knotenpunkten zu entfernen und tiefer in das Land einzutauchen.
Ist es schwierig, auf den Färöer-Inseln oder in Lappland eine Unterkunft zu finden?
Auf den Färöer-Inseln und in Lappland ist die Auswahl an Unterkünften kleiner als in Zentraleuropa, daher ist eine frühzeitige Buchung (besonders für die Sommermonate) essenziell. Es gibt keine riesigen Hotelkomplexe, sondern oft eher Ferienhäuser oder Gasthäuser, was zur entspannten Atmosphäre beiträgt.
